SY Ladiala

Mit dieser Seite wollen wir Familie und Freunden einen Einblick in unsere Reise geben, welche am 2.April 2018 auf der Insel Murter in Kroatien angefangen hat.
Wir sind: Michèle, Mark und die Kinder, Maxim (12/2013) und Mara (9/2015)
La Diala, ein Katamaran Helia 44 von Fontaine-Pajot, Baujahr 2014, haben wir im Frühjahr 2017 erworben.
Auf der Seite „Position und Route“ ist ersichtlich, wo wir gerade sind und wenn ihr von der KARTE auf das Satelitenbild wechselt wird’s noch besser… oder sonst auch via Marine Traffic. Mit der App Marine Traffic- Ship Tracking kann man uns auch nachspüren
Für Nachrichten an uns darfst du gerne das Kontaktformular verwenden. Wir freuen uns über jede Rückmeldung aus der Heimat.

8. Februar 2019

Photos „best of“ Oktober 2018 bis Februar 2019

St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia Pitons
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
Transat-Crew in St Lucia
Ankunft St.Lucia
Land in Sicht
Erste Landboten
Mahemahe
Mahemahe
14Knoten
Sargasso-Gras
Atlantik
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Parasailor
Start in GranCanaria
Sturmvock

30. Januar 2019

Martinique Januar 2019

Unsere LaDiala schaukelt gemütlich vor Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, Frankreich.

Seit 2 Wochen geniessen wir Baguettes, Croissants und europäische Zivilisation. Eine handvoll Seemeilen liegen zwischen St. Lucia und Martinique, aber der Unterschied könnte grösser nicht sein. Obwohl historisch gesehen vor allem Frankreich und England diese Inseln (kleine Antillen) immer wieder „abtauschten“ und vieles ähnlich ist, gibt es Unterschiede. Beispielsweise: St. Lucia hat Linksverkehr, Martinique Rechtsverkehr. St. Lucia Eastern Caribbean Dollar (oder USD) Martinique Euro. St. Lucia Reagge Martinique irgendeinfranzösischeschansongeheul….ich war schon ein bisschen traurig darüber. Aber dann drangen die Seelen der Einheimischen durch und bekannte Alltagslieder und Popsongs wurden reggaeifiziert. Das tönt lustig. Maritinique ist Frankreich light. Es weht die französische Flagge beim Ministerium und es gibt pompöse Bauten für die Administration. Viele europäische Franzosen sind hier übergesiedelt und geniessen das kreolisch angehauchte Leben. Ich kann das gut verstehen. Hätten wir Suisse-Polynesie oder sowas, ich wäre dort.

St. Anne, ein kleines nettes Dörfli ganz im Süden von Martinique war unser erster Ankerort auf Martinique. Man könnte sagen Ankercity. So ein riesiges Ankerfeld mit zig Yachten drin hab ich noch nie erlebt. Man hätte fast schon Strassen und Nummern verteilen können. Es lebte sich aber sehr gut da. Das Dinghi-Dock war gross und man fühlte sich willkommen in St.Anne. es gab kleine Lebensmittelläden, eine Bäckerei, einen lokalen Markt und ab und zu je nach Fang einen Fischmarkt. Die Kirche mit Holzdachkonstruktion war komplett voll am Sonntag. Es wurde im Seitenschiff sogar draussen Stühle aufgestellt auf beiden Seiten. Der Gottesdienst war dann aber sehr kontinental-französisch geprägt mit einem Priester der vom Dialekt her in Afrika anzusiedeln war – wie in der Schweiz gelegentlich.

Freudig erwarteten wir den Besuch meiner Mutter Brigitta. Sie wollte sich vor Ort überzeugen, ob wir den Atlantik überquert haben….Maxim und Mara wichen nicht mehr von ihrer Seite – die Freude war so gross.

Wir genossen einen zweitägigen Ausflug ins Landesinnere. Der Botanische Garten in Balata war wie auf St. Lucia und St. Vincent ein Highlight. In der Auberge de la Montagne Pelée ( feucht nebliges Klima auf einem windexponierten Sattel, zwischen West und Ost auf ca. 600müM gelegen) fanden wir ein Stück Bergfrieden zum Übernachten. Wir genossen es alle, weit weg vom Meer zu sein, im tiefen Grün zu versinken und den Bergen bzw. den vulkanischen Erhebungen nah zu sein. Der vulkanische Mt.Pelée explodierte vor ca. 150J mit unvorstellbarer Gewalt in einer seitlichen Explosion wobei die ganze Kuppe seitlich weggerissen wurde. Die Druckwelle und die infernale Hitze haben ein ganzes Tal inklusive das Dorf St-Pierre vollständig ausgelöscht und buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Auf den Fotos im nahen Museum sah alles aus wie von Walzen planiert. Es gab ein (1!) Überlebender im ganzes Tal: ein Gefangener wurde aus dem tief gelegenen, schwer ummauerten Verliess nach 3 oder 4 Tagen mit ausgedehnten Verbrennungen ausgegraben, hat überlebt und wurde in der Folge dann bis in die USA als Sensation herumgereicht. Eine fair-trade Bananenplantage-Besichtigung und natürlich die Rum-Destillerie Clement durften nicht fehlen.

Auch bei uns wurde die Zeit reif so ein trendiges SUP zu kaufen…wir lieben es. In den Sonnenuntergang zu paddeln hat schon was.

Die Zeit wurde aber auch reif Mark eine Pause von Schiff & Crew zu gönnen. Wir luden ihn kurzerhand für drei Tage in einem Strandhotel ab. Das tat uns allen gut und Mark konnte nebenbei in Ruhe diversen Bürokram zum Jahresende auch für die CH erledigen bei halbwegs stabilen WiFi.

Von St.Anne nach Anse d’Arlet (2 Stunden Fahrt) genossen wir endlich wieder mal unseren Parasailor. Zwischen Roche du Diamant und Festland hindurch zurauschen war toll. Wir verliebten uns alle in die kleine Bucht von Anse d’Arlet. Beim Ankerplatz suchen verwechselte ich eine auftauchende Schildkröte mit einer Fischer-Boje. Pelikane begrüssten uns im Tiefflug und die Unterwasserschnorchelwelt war wie schwimmen und tauchen im Aquarium. Fische aller Art und sogar Squids und Wasserschlangen warteten auf uns. Geschweige denn die vielen Schildkröten. Die grasten in Seelenruhe am Meeresgrund und streckten ab und zu ihr kleines Köpfli über Wasser.

Darauf folgte nach einem weiteren kurzen Schlag die Bucht von Fort-de-France, die Hauptstadt der Insel, wo wir gleich beim Stadtquai und Stadtpark den Anker setzten. Nani verliess uns für den langen Heimflug. Wir haben auch wieder andere Freunde aus der CH bzw. Schweden mit ihren Yachten getroffen, welche wir in Griechenland bzw. auf den Kanaren kennengelernt haben.

Wieder einmal so nahe an einer pulsierenden Stadt zu sein, das gefällt mir. Man könnte meinen dass wir hier gar nicht mehr weg wollen…Wir warten nun auf Ersatz/Neuteile für Wassermacher/Code-0-Furler/automatisches Häcksler-WC (Motor mit «Macerator» gegen das mühsame, regelmässige Verstopfen des Ablaufrohres der Holdingtanks, wir ersparen euch technische und sonstige Details dazu) und fahren heute 28.1.mit Motor gegen Wind, Strom und Wellen zurück in die Bucht von LeMarin und St.Anne zu den Chandleries and Shipsyards. Dort treffen wir wieder Familien, welche wir seit der Atlantiküberquerung kennen und feiern einen weiteren Kindergeburtstag.

Wenn alles rund läuft, dürften wir in einer Woche auf Dominica sein. Eines der Hurrikan Opferinseln von 2017.

14. Januar 2019

Grenadinen

Grenadinen

Wir verbrachten also die Festtage in der Reiseprospekt-Inselwelt der Grenadinen: Strände, Strandbars, einige wenige Resorts und sehr-sehr viele Charter-Segelboote und auch sehr viele Privatyachten – zunehmend ab Neujahr. Zwischen den vor Anker liegenden Yachten kurvten die sogen. Boatboys mit ihren Aussebordmotoren-Dinghis herum und bo(o)ten ihre Dienste an: Fische, Lobster, Gemüse, Früchte, Brot. In der Nähe von den grösseren Ortschaften (Dörfer mit Behörden, Anlegestellen, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten und Strassen) wurden auch Taxisfahrten zu Wasser und zu Lande, Wäscheservice, Diesel, Wasser, Eis feilgeboten. Auch Tauchcentren und Kite-Surfing gibt’s an allen passenden Spots. So verbringt dann der «Segler» Stunden, Tage, Wochen mit Schnorcheln, Tauchen, Kiten, Rump-Punch/Sundownertrinken, Essen, Lobster. Ribs & Chicken-Beach-BBQ etc. V.a. die vielen Wasserschildkröten zwischen den ankernden Schiffen sind bemerkenswert.

Es gibt in den Ankerbuchten immer wieder mal einen spannenden Zwischenfall zu beobachten: am Strand wird ein Dinghi von den Wellen losgerissen und abgetrieben, mit Wasser gefüllt (von den brechenden Wellen) oder gar umgedreht (mit und ohne Crew drin, meist nachts weil dann alle vom Rum etwas «mutiger» sind), ein Seil oder eine Fischerleine kommt in die Schraube, die Yacht treibt ab weil der Anker nicht hält, die Crew schreit sich an weil auch beim 5- Ankermanöver der Anker nicht am Grund fasst oder der Neuankömmling des Nachbarn Anker-Kette fasst oder in dessen Schiff hineintreibt. Auch den Riss einer neuen Ankerkette habe ich live beobachtet und beim Suchen und Bergen des Ankergeschirr mitgeholfen.
Wir haben sowohl das Dinghi 20cm mit Wasser gefüllt als auch nachts um 23h aufwachend wegen lärmenden Anchor-Watch-Alarm-App bei lediglich 15kn Wind verwirrt festgestellt, dass wir nicht mehr wussten, wo wir sind, bzw. dass unser Schiff weggetrieben ist mit ca 2kn Treibfahrt zwischen 6 anderen eng ankernden Schiffen hindurch ohne Kollision und ohne auf ein nahes Riff zu treiben. Bis der Motor gestartet war und wir uns in absolut schwarzer Nacht orientieren konnten vergingen einige wenige aber unangenehme Minuten. Das Hochfahren des Kartenplotters bzw. von Navionics auf dem I-Pad dauert dann auch immer erstaunlich lange. Nachbemerkung: wir haben dummerweise an der abfallenden Halde auf 3m geankert mit 14-15m Kette und sind mit 1800RPM (2 Motoren) eingedampft und der Anker hat gehalten. Aber nach 6h bei kleinsten 15Kn Lüftchen hat es dann gereicht: der Anker ist an der abfallenden Halde abgeglitten, der Grund war auf 17m und wir sind bei frei-hängendem Anker flott davongetrieben….
Wir haben Fische gekauft, wieder eine 1m grosse Goldmakrele (MahiMahi) gefangen und einen Lobster selber mit der Speargun erjagt, zubereitet und verspeist. Maxim taucht mit Brille/Schnorchel begeistert herum, nun auch an den strandnahem Korallentürmen und kleinen Riffen. Wir waren fast immer mit anderen Familien unterwegs, welche mit in unserer 70-Boot-Gruppe (ARC, Atlantik Rally for Cruisers) die Atlantiküberquerung gemacht haben. Es gibt eine What’s up Gruppe und so kommunizieren die Familien ihre Routen und Aufenthaltsorte. Zudem kriegen wir so immer sehr aktuelle und extrem hilfreiche Tipps zu vielen Belangen des Reisens (Ein-Ausklarieren, Einkaufsmöglichkeiten, Preise, wichtige Telefonnummern und Kontaktpersonen, Landgänge, Ankergrund, Strömung, Wassertiefe, Schnorchelmöglichkeiten, Strandbars, und vieles mehr)

Den defekten Aussenbordmotor haben wir tatsächlich wieder repariert erhalten nachdem wir von den Grenadinen zurückgekehrt waren auf St.Lucia in die Marigot Bay. Beim Plaudern mit dem Mechaniker wurden wir quasi aus erster Hand informiert, dass der Zucker für den mit stolz präsentierten lokalen St-Lucia Rum doch tatsächlich 2x/Jahr in Form von Melasse mittels Tankschiff aus Russland angeliefert werde (sic! auch auf ungläubige Nachfrage). Wenn das stimmt dann wird das kaum Melasse aus Zuckerrohr (Sugar cane) sein sondern eher aus Zuckerrüben……

Die Ueberfahrt von St.Vincent nach St.Lucia war ruppig, geprägt von steifen Winden um 22kn bis 34kn in Regenböen (sogenannte Squalls) bei einem Windeinfallswinkel von 70-90° (True) und 45-60 (App) mit entsprechenden kürzeren Windwellen aufgesetzt auf die längere Atlantikdünung. Wir konnten den Kurs am Wind halten mussten aber immer wieder reffen. Es regnete fast dauerhaft und teilweise extrem heftig. Der Lazybag zerriss an mehreren Stellen wegen Fehler in der Leinenführung der Reffleinen und es zeigte sich definitiv, dass die von Fontaine-Pajot installierten 14mm Taue ALLE zu dick sind und zu wenig gut durch die Rollen/Blöcke und Deckstopper gleiten). Weswegen diese 14mm Leinen nun hier in Martinique gegen Dynema-Leinen von 12mm Durchmesser ausgetauscht werden. Das haben wir auch beim 14mm Grossfall und beim 14mm Gross-Schot schon gemacht (so wie alle anderen Helia-Besitzer, die wir kennen……). Da kommen dann an die 200m Leine zusammen.

Wir sind nun also im Süden von Martinique angekommen: St. Anne und Le Marin, heissen die Ortschaften in der riesigen Bucht, welche gut geschützt ist und wo hunderte, wenn nicht gar tausend Segelyachten vor Anker liegen!!! Unbeschreiblich. Nicht mehr so die ruhige Palmen-Sandstrand-Bucht aber Segelschiffe ohne Ende. Gute Infrastruktur. Creolisches Lebensgefühl aber deutlich frankophil-europäisch. Praktisch alle Fachleute sind «Eurasier», also weiss bzw. «Franzosen». Auch die Baguette und das Croissant bzw. die Brioche gibt’s nun wieder in bekannter Qualität – gleich am Dinghi-Dock in St.Anne. Und in der riesig-grossen Marina von Le Marin findet der Segler alle Fachleute und diverse Shops. Wir werden hier 2-3 Wochen bleiben, die Insel bereisen, Reparaturen und Optimierungen am Schiff durchführen und die Nani (Grossmutter) kommt uns für 2 Wochen zu grosser Freude aller besuchen. Heute Sonntag waren wir in der Messe und mussten gleich noch mitten während des Gottesdienstes in der übervollen Kirche eine kollabierte und bewusstlose alte Dame betreuen bis zum Eintreffen der Pompiers und auf Französisch per Telefon mit der Ärztin parlieren bis dann endlich die Pompiers bzw. die Ambulanz losgeschickt wurde. Englisch ist auch hier nicht extrem angesagt – ähnlich wie im Französischen – es ist sehr frankophon-frankophil, so wie es sich gehört für die Länder der Grande Nation.

Wie geht’s weiter: einige Reparaturen, Einkauf von Lebensmittel und «Haushaltwaren», Einkauf von Schiffsunterhalt-Waren. Entdecken des Insel-Inneren Martinique mit Mietauto zusammen mit Nani. Wir planen ca 3-4 Wochen auf Martinique zu verbringen, meist im Westen an der geschützten Küste und im Landesinneren. Dann segeln wie weiter nach Dominica ( nicht zu verwechseln mit Dom. Rep.) und Guadeloupe.

21. Dezember 2018

Karibik, St. Lucia und St.Vincent Dezember 2018

In Rodney Bay waren Festivitäten ohne Ende, Wiedersehen mit anderen Seglern und deren Kinder; es war wie in einem Bienenhaus und entsprechend auch recht nervös auch weil die Kinder immer irgendwohin (Steganlagen, Pool, andere Schiffe) wollten oder andere Kids bei uns waren und auch wir und die Mitsegler ein individuelle Landprogramm hatten (Ausflüge, Reinigungen, Reparaturen, Einkaufen, Sundowner und sonstiger Gedankenaustausch über die weiteren Pläne). Kurz: zur Ruhe sind wir nicht gekommen. Am 12. Dezember haben uns dann die Crewmitglieder verlassen uns sind in die Schweiz zurückgekehrt

Von Rodne Bay sind wir einige Meilen in den Süden immer noch auf St.Lucia in die Marigot Bay weitergezogen. Eine wunderbare Bucht, von Mangroven eingefasst und am Rand gegen die offene See von einem kleinen Sandstrand begrenzt. Restaurants, Bars und ein Resort mit kleiner Marina rundeten dir ruhige Bucht ab. Der Dinghimotor hat dann den Geist aufgegeben und wir haben über das Resort einen hoffentlich zuverlässigen Mechaniker ausfindig gemacht. Er hat den Motor abgeholt. Telefonnummern ausgetauscht und weg war das Teil. Wir hoffen nun, dass er die Ersatzteile kriegt und dann über die Festtage die Reparatur durchführen kann. Ob der Motor dann auch zurück zu uns «kommt» werden wir sehen in 2 Wochen wenn wir wieder gegen Norden ziehen. Nun sind wir am 19.12. von Marigot Bay 60sm in den Süden gesegelt nach St.Lucia in die BlueLagoon. Wie haben uns dabei von den Wellen durchschütteln lassen bei 4-7Windstärken und stark wechselnden Winden im Insel-Lee auf der Westseite. Die markierte Einfahrt in die Lagune sollte nur bei Tageslicht gemacht werden oder unter kundiger Führung. Wir haben 1.20m Tiefgang – Durchfahrt sei bis 1.8m möglich – Links und rechts brechen sich die Wellen und unsere Anzeige gab 1.1m an. Wir wurden nervös und werden nochmals die unser Echolot eichen bzw. besser einstellen müssen… St.Vincent und Grenadinen sind ein Inselstaat. Grenada wiederum ist weiter im Süden und ein eigener Staat. Mit einer anderen Seglerfamilie aus Bern Region Thunerseemit Kindern im gleichen Alter haben wir uns hier verabredet und dann gemeinsam eine Inseltour mit Taxisbus gemacht: den ältesten botanischen Garten der Karibik besucht und in den Hügeln ein privates Garten-Paradies: The Montreal Gardens cover seven and a half acres of the island. There are 3 different sections of garden to walk through. The Rain Forest Garden, the Colour Garden, and the Formal Garden. One reason for the lush beauty of the Montreal Gardens on St. Vincent is the rich and fertile volcanic soil. The Rain Forest Garden features a trail through the rainforest, alongside a small river. The Colour Garden features many exotic plants and flowers that create a colorful backdrop.
Von hier geht morgen 22.12. weiter in die Inselwelt der Grenadinen und evt die Tobago Cays, flache Sandinseln welche gegen Wind und Wellen jedoch schlechter geschützt sind. Aktuell haben wir immer Passatwind zwischen 15 und 30 Knoten und entsprechende Atlantikdünung, welche für erheblichen Schwell auch im Lee der Inseln verantwortlich sein kann, ja nach Ablenkung der Wellen durch Wind, Meeren-Grund und Küstenverlauf. Dort wollen wir dann Maxims Geburtstag (23.12.), Weihnachten

21. Dezember 2018

Atlantikberquerung

Heute ist der 19.12.2018, Marigot Bay, St. Lucia, Karibik. Am 11.11.2018 verliessen wir Gran Canaria und tauchten ab in eine völlig neue Welt – Blue Planet.

Das Ablegen mit der Atlantik Crew (Floris und Markus (Michael stieg in Mindelo zu uns)), mit der vollgetankten und mit Lebensmittel für einen Monat gefüllten LaDiala und unseren Kids war sehr aufregend.

Es wurde nicht einfach wild drauflosgesegelt, sondern es gab eine richtige Startlinie vor LasPalmas mit Vorstartsignal. Ca 70 unterschiedlichste Boote (zB.Katamaran Sunreef 74, Trimaran Neil 65, Oyster 62, Bavaria 38,….aus verschiedensten Nationen bereiteten sich auf dieses Abenteuer gemeinsam vor. Die Mulitihulls starteten 15min vor den Monohulls.

Alle hissten ihre besten Stücke hoch, hier ein Spinnaker, da ein Gennaker, dort ein Parasailor hier ein Butterfly….. die Auswahl und die Farbenpracht der Segel liessen das Meer wunderbar verfärben.

Das Feld der Multi- und Monohulls vermischte sich sehr schnell und schon bald war GranCanaria weit ab und die Nacht nahm uns alle ein. Die vielen Positionslichter der Boote rund um uns gab ein gutes Gefühl nicht alleine in diesem unendlich grossen Blau zu versinken.

Unsere Crew hat mich am darauffolgenden Tag mit einem riesigen Geburtstags-Schoggikuchen und Champagner im silbernen Kühlkelch verwöhnt. Und das irgendwo auf dem Meer.

Der Wind blies konstant zwischen 10-20kt von NE treu bis nach Mindelo. Allerdings die letzten 2 der 7 Tage mit Motorunterstützung (wir wollten die Willkommensparty nicht verpassen). Gesegelt wurde mit Code 0 alleine oder mit Genua oder Parasailor alleine. Das Gross blieb immer unten. Unser Speed war im Durchschnitt bei ca 6kt plus und die Distanz von knapp 900sm meisterten wir in genau einer Woche. Die „Nähe“ zu Afrika (zu Festland) war für mich ein wichtiger „Anker“, obschon ich da nirgends zwischenstoppen wollte.

Dank dem AIS (Automatic Identification System) zeigte uns der Plotter immer die nahegelegensten Boote an. Das war schön, denn man kannte ja ein Grossteil. Auf der Tracking Seite des World Cruising Clubs ARC konnte man sehr akkurat die Positionen der Schiffe von Zuhause aus verfolgen. Das gab den Anschein, dass alle dicht beieinander und in Sichtweite sind. Das war aber bei weitem nie der Fall. Wir sahen unterwegs maximal 4 Boote. Die meiste Zeit waren wir ganz alleine.

Unsere Diala lief sehr zuverlässig. Und wir entdeckten alle den Parasailor. Eine wunderbare Erfindung. Eine Art Spinnaker mit Loch. Die dort entströmende Luft füllt einen flugschirmartigen Flügel, der sowohl oberhalb als auch unterhalb umströmt wird. Oberhalb des Flügels entsteht ein Unterdruck, der ihn und das Segel selbst nach oben zieht. So entsteht eine Bug-Entlastung, die eine höhere Geschwindigkeit bewirkt. Der Erfinder kombinierte seine zwei Passionen Segeln und Gleitschirmfliegen. Und das fühlt sich auch so an. Das Boot wird mit einer Leichtigkeit über die Wellen getragen – als wäre man ein fliegender Fisch. Anderseits scheint man mit dem Meer zu verschmelzen…. Das tönt vielleicht ein bisschen abgehoben – aber so ist es nun mal.

Das Bordleben pendelte sich gut ein. Wir waren sehr froh Markus und Floris bei uns zu haben. Die 3 Stunden-Schicht hatte sich als die beste gezeigt. So kam jeder zu ausreichend Schlaf.

Das persönliche Wohlbefinden ist das draussen auf dem Blue Planet extrem wichtig. So konnten wir alle täglich ausgiebiges Duschen geniessen (unser Wassermacher macht 220l/h). Und auch ein feines Nachtessen fehlte nie (Thai-Curry, Zürigschnetzletes, Pizza, Couscous, Safranrisotto, Hamburger und eine unglaublich gute Cremeschnitte aus der Packung (Dank sei Floris)).

Am 17.11.2018 entdeckten wir mittags Land. Santo Antao und Sao Vicente – die Kap Verden. Champagner Nr 2 wurde entkorkt. Abends beim Eindunkeln wurde die Ziellinie überquert und das ARC Teams wies uns sicher unseren Liegeplatz in Mindelo zu. Die Freude war riesig. Die Erleichterung auch. Die anderen Boote wiederzusehen einmalig.

Die Kap Verden – das erste grosse exotische Land nach Europa. Unser drittes verstärkendes Crewmitglied Michael stieg wie geplant auf den Kap Verden zu uns.

Leider blieben uns da nur 4 Tage, da die ARC die Weiterfahrt sehr straff organisierte. Dank aber ihrer guten Organisation konnten wir eine sehr ausführliche und eindrückliche Tagestour zur Nachbarinsel Santo Antao unternehmen. Auch die kleine Insel Sao Vicente wurde mit dem Bus erkundet. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen, lustig und stolz auf ihr kleines Land.

Die letzten Einkäufe mit frischem Gemüse und Früchten wurden auf dem lokalen Markt getätigt. Am 21.12.2018 mittags gab es erneut eine Startlinie und Vorstartsignale. Irgendwie absurd da zumindest ich ganz und gar kein Gedanke an Rally&Race verspürte. Ging es doch darum das Unmögliche, sprich einen Atlantik zu überqueren, zu bewältigen. Immerhin gute 2000sm!

Die ersten 24h war es windstill. Wir motorten eine Weile, dann überliessen wir das Schiff dem ruhigen Ozean und dem überwältigendem Sternenhimmel.

Blue Planet 2. Eine wunderbare 3 teilige Filmdokumentation über das Reich der Meere begleitete uns wären der ganzen Ueberfahrt. Wie gerne hätte ich während der Reise unser Unterwasser bis zum Meeresboden hin mitgescannt und gefilmt. Was für Fische, Wale, Delphine und Unbekanntes wohl alles da war? Ein Grindwal, mehrere Delphine, tausende Fliegende Fische (einer flog doch tatsächlich durch die offene Luke ins WC! ein anderer Mark um 0300h an den Kopf während der Wache-grosser Schreck) und zwei Mahi Mahi (über 1m lang, gefischt und gegessen) haben wir zu Gesicht bekommen. Der Rest blieb uns verborgen.

Das viele Blau und nur Blau, das unglaublich viele Wasser, diese riesen Menge an Meer rundum einem war irgendwie unheimlich. Abhauen geht da nicht mehr. Sprichwörtlich sitzt man dann im gleichen Boot. Zum Glück haben wir uns alle gut verstanden. War es doch ein soziales Experiment. Später haben wir unterschiedlichste zwischenmenschliche Geschichten von anderen Booten erfahren. Nicht nur wir haben uns Sorge getragen, sondern auch unserer Diala wurde gut geschaut. Wir hatten Winde zwischen 15-25kt, gegen die Karibik hin auch zunehmende Squalls bis 34kn. Tagsüber häufig Parasailor, nachts wurde konsequent reduziert auf Code 0 oder Genua. Damit segelten wir nicht am Limit, dafür zerriss uns auch kein Material. Viele andere Boote zerschleissten die Segel, einer den Grossbaum, und bei einem kam der Mast bis zur Hälfte runter. Einer hatte Walberührung mit Ruderschaden, und ein Boot machte Wasser. Aber alle kamen ohne physischen (…) Personenschaden an.

Jeder Tag war irgendwie ähnlich, nur die Sonne ging immer später unter und der Tagesanbruch kam später. Das Mandat der Zeit riss ich gleich zu Beginn an mich. Ein bisschen Göttin spielen und die Bordzeit bestimmen, das gefiel mir. 3 Stunden Differenz waren es von Kap Verden zu St. Lucia. Ist so gesehen wenig.

Das Leben mit der nackten Natur tat uns allen gut. Es wurden viele Bücher verschlungen, es wurde gechillt, geschlafen, gelacht und ausgetauscht. Einmal den ganzen online Kram hinter sich zu lassen, entschleunigte alle. Mit Markus wurde die Passion der Astronavigation weitergetragen. Wir bestimmten Mond-, Sonne- und Venus-Standlinien sowie Mittagsfix. Der Polaris versteckte sich immer zur Dämmerung. Die Rechnerei mitsamt Plotting sheet verlangte immer eine Stunde oder mehr….Wenn das Resultat dann stimmte (tat es meistens (+/- 1-2nm), dann fühlte sich das sehr sehr gut an.

Endlich! Champagner Nr. 3. Die ersten 1000sm hatten wir geschafft. In 7 Tagen. Das war ein tolles Gefühl. Jetzt waren alle irgendwie erleichtert. Im Logbuch entstanden mehrere neue Rubriken; Tagesetmal, 24h-Durchschnittsgeschwindigkeit (einmal lag sie über 7 kt), Distanz zum Ziel und die von Floris eingeführte Captain Ross Meilen. Das sind die Schwank-bzw. Umwegsmeilen. Captain Ross war eine schillernde, v.a. betrunkene Figur die wir auf den Kap Verden kennenlernten und die ebenfalls das ARC mitsegelte. Als richtiger Captain eines Segelschiffes….

Unsere zwei kleinen Piraten Mara und Maxim freuten sich sehr mit Michael täglich raufen rammeln und augekitzelt zu werden. Die Kleinen waren nicht anders als Zuhause. Lachen, schimpfen streiten, malen, basteln, verstecken…

Irgendwann kam Champagner Nr.4. Der genaue Grund weiss niemand so recht. Aber das Ziel war schon sehr sehr nah. Endlich sahen wir wieder mal ein ARC Boot. Wir funkten und stellten fest dass beide Boote gerade Pizza zum Znacht hatten. Das war lustig.

Eines Nachmittags, ich war am Steuer und vernahm plötzlich ein ppppppffffffffffff. Wal? Endlich ein grosser Wal? Nein. Fehlalarm. Es war die Schwimmweste von Crew xy. Dummerweise war der manuelle Auslösegriff im Trampolin-Netz am Bug hängen geblieben. Halbsoschlimm, nur den DSC-MOB/AIS Alarm ,den wir in alle Schwimmwesten integriert hatten, wurde auch ausgelöst und musste über Funk CH16 gecancelt werden. Zufälligerweise war da ein Frachter der darauf auch gleich reagierte und mich anfunkte um mehr zu erfahren. Die Situation wurde erklärt und man kreuzte sich und die Nacht verschlang den Rest.

Irgendwann ging es nur noch 100sm, Champagner Nr. 5. Wir waren alle ein bisschen traurig. Wussten wir doch alle dass ein ganz spezielles Abenteuer bald zu Ende ging.

Nach 14 Tagen sahen wir morgens Land! Zuerst Martinique, dann St. Lucia. Champagner Nr. 6. Da kamen mir die Tränen. Das war sehr emotional. Immerhin wussten wir wo wir sind und was uns erwartet, nicht so wie Kolumbus…

St. Lucia, Rodney Bay kam immer näher und die Aufregung wurde immer grösser.

10. November 2018

10.11.2018 Las Palmas Gran Canaria

Vom Süden der Insel sind wir mit Yael, Loan und Leila über 5 Tage der Westseite entlang ankernd, fischend und in pittoresken Hafen von LaNieve liegend nach Las Palmas gesegelt

Die letzten 2 Wochen in Las Palmas waren wie ein Dauerfeuerwerk. Ich war sehr gespannt auf den Moment wo wir in den riesengrossen Hafen von LasPalmas einbogen. Denn die Marina im Hafen von Las Palmas ist während der Vorbereitungszeit der ARC Teilnehmer im Ausnahmezustand (Total knapp 300 Schiffe gestaffelt auf 3 verschiedenen Routen).

Zu wissen dass hier ganz viele Gleichgesinnte sein werden, mit denen man gemeinsam Via Kap Verden nach St. Lucia/Karibik segelt, das verbindet einfach.

Das Einlaufen und Ankommen am Familiensteg (ca 20 Segelschiffe) fühlte sich an, wie wenn man in das irdische Leben zurückkehrt und die ganze Familie und Freunde wiedertrifft…

Die unterschiedlichsten Nationen, Familien, grosse und kleine Kinder, Segelschiffe an demselben Steg, mit demselben Ziel und Traum. In so einem wunderbaren Get-togther-setting vergisst man im Nu den ganzen Vorbereitungsaufwand, das vermeintliche Aufgeben von Sicherheit und eines Zuhause.

Die Türen öffnen sich und ein unwiderstehlicher Wind voll Freiheit, Abenteuer und Sehnsucht nach genau diesem Leben füllt die Segel und lässt uns davonsegeln.

Unsere zusätzlichen Crewmitglieder Floris uns Markus sind vor ein paar Tagen eingetroffen. Die Bootseinweisung, Safetycheck, Man (Frau) über Bord Manöver, Seminare, Helikoptershow, Rettungsinseltest im Pool, Sextantencheck, Kommunikations-Optimierung (Sateliten Telefon/Mailing), Schiffskontrolle, jeden Abend eine andere Party (aktuell ca 120 Boote) und dem monströsen Lebensmitteleinkauf für 30 Tage haben unsere letzte Woche «in Europa» komplett ausgefüllt.

Morgen, Sonntag, 11.11.2018 um 12:45 LT ist es soweit. Der erste Schlag zu den Kap Verden beginnt. In ca 6-7 Tagen sollten wir da sein.

14. Oktober 2018

Marbella nach Gran Canaria

Marbella hat uns sehr gut gefallen. Im Fischerhafen mit kleiner, einfacher Marina haben wir für eine Woche die Leinene festgemacht trotz des fürchterlichen Fäkal-Fisch-Geruches beim Einlaufen – übler als Cagliari, dafür nur für ca. 4 Stunden. Marbella, bekannt aus den 50-80 Jahre des letzten Jahrhunderts und dann wieder in den 90er wegen Betrügereien durch illustre Madrider Fussballfunktionäre ist eine Strandstadt mit älteren Dauertouristen und jüngeren Wochentouristen. Daneben gibt es eine Medizinal-Industrie im Bereich Orthopädie, Ästhetische Chirurgie und Fruchtbarkeits-Behandlung. Alle Kliniken liegen an der Strandpromenade oder direkt dahinter. Ich habe in unmittelbarer Nähe unserer Marina sieben Kliniken gezählt. Entsprechend gibt es eine tolle 20km lange, breite Strandpromenaden für Velo, Rollator, Elektrorollstuhl und Zwillings-/Mehrlingskinderwagen. Unmittelbar neben unserer Marina haben wir auch tolle Sandstrände, Strandbars, Einkaufsmöglichkeiten gefunden. (Lebensmittel und Fischereibedarf…. Ich hab ja noch eine Rechnung offen mit den Fischen).
Mara’s 3. Geburtstag haben wir auch da gefeiert mit Geschenken, Kuchen, Kerzen, Kinderparty mit Besuch vom Nachbarschiff mit 3 bretonischen Jungs (18Mt bis 7J, unaussprechliche bretonische Namen wie der Vater) mit ihren jungen Eltern und am frühen Abend noch Kinderspielpark mit Trampolin und den klassischen luftgefüllten Burgen, Plastikball-Becken etc. Das war alles wirklich toll und am Ende der Woche auch erholsam.
Dann kam uns Leo aus der CH besuchen – treuer, langjähriger Freund, Geniesser, Koch, Gitarrist und wetterfester Seebär ohne Segelerfahrung. Mit ihm sind wir los nach Gibraltar mit Ziel Kanarisches Archipel. Schon auf den 35sm von Marbella nach Gibraltar war was los: massenhaft Delfine um LaDiala, 1 Bonito an der Schleppangel (feines Sashimi am Abend), extrem dichter Nebel während 6h vor Gibraltar (AIS und Radar waren sehr hilfreich). Pan Pan Pan Funkruf; keep sharp look out nach einem Gummiboot mit Weissnichtwievielenleuteanbord! Das musste ein Flüchtlingsboot sein… wir haben es zum Glück nicht gesehen! Einlaufen in die Bucht um den Affenfels mit Blick auf die Moschee, Tanken vom Billigdiesel in Gibraltar und dann Festmachen in günstiger Marina wieder auf Spanischem Hoheitsgebiet (Alcaideza). Am Abend haben Leo und ich einen Männerabend in Gibraltar von Michele geschenkt erhalten. Wir sind mit dem Fahrrad losgezogen, vorbei am grossen Openairkonzert (Rag’n Bone Man war auch da!!!) direkt an der Flugpiste von Gibraltar-Airport, welche wir ordnungsgemäss mit dem Bordvelo gequert haben. Bei Starts und Landungen wird die ganze Zufahrt von und nach Gibraltar gesperrt, da die Flugpiste quer über die schmale Landzunge führt und die einzige Strasse über die Piste führt. Am nächsten Tag haben wir eine Velotour durch Gibraltar mit Taxitour auf den Affenfels gemacht und abends im Hafenviertel diverse Tapas gegessen. Schön und eindrücklich mit aufgeregten Kids.

Dann der grosse Augenblick die Meerenge von Gibraltar und Hades von Nord nach Süd und von Ost nach West durchqueren: Auslaufen im Dunkeln morgens um 7’00h, Windstill, leichte Strömung 1-1,5kn gegen Westen, direktes queren der Meerenge von Gibraltar Richtung Ceuta bzw. Süden, da vor Tariffa (knapp 7-10sm westlich von uns) Winde in der Düse bis 35kn angesagt waren. Einige bis ÜBER 300m lange Schiffe um uns herum, anfangs noch Nebel, dann bei klarer Sicht und mit einigen Ausweichmanöver unter Maschine sind wir nach 3h auf der Marokkanischen Seite der bedeutenden Meerenge nach Westen gefahren unter Motor bis vor Tanger, wo der Wind aufgefrischt und zwischendurch 34kn (gemessen nicht geschätzt) erreicht hat. Mit der Genua alleine haben wir je nach Wellen zwischen 6 und 9kn Fahrt gemacht und sind westlich von Tanger abgefallen auf Kurs Südwest der marokkanischen Küste entlang gegen Mohammedia in den Sonnenuntergang und die Nacht hinein. Dabei haben wir nochmals einen Bonito («falscher weisser Tuna») gefangen und zur Hälfte roh und zur anderen Hälfte kurz in Sesam angebraten verköstigt. Der Wind hat dann deutlich nachgelassen, sodass wir zwischendrin mit leichter Motorunterstützung und Code0 zwischen 6 und 7.5kn gemacht und so am Folgetag gegen Mittag den Handelshafen von Mohammedia erreicht haben. Nach Besuch an Bord von der Police National mit dem nur halb aufgeblasenen Schlauchboot einigem Hin-und Her und dank einer Vorreservation konnten wir nach 6h einlaufen beim Yachtklub längsseits gehen. Wir wurden herzlich willkommen geheissen inkl. Pool- und Restaurantbenutzung members-only. Ausflug nach Casablanca, Abendessen mit einer spontanen Zufalls- Bekanntschaft (belgische Marokkanerin auf Urlaub in ihrer Heimatstadt, sie hat alles für uns organisiert inkl. Taxis-Führer für Casablanca). Die Behörden haben uns freundlich und ohne grosses Aufheben 2x an Bord besucht für die Formalitäten und sich um unsere Sicherheit gekümmert.
Leo war bei allen Unternehmungen immer mit grosser Begeisterung bereichernd und auch unterstützend dabei und hat uns jeden Tag mit Gitarrenkonzerten inkl. Mani Matter Songs für Kids und Eltern beglückt.

Nach 2 Nächten in Mohammedia folgte die die 430sm lange Überfahrt zur Insel La Graciosa des Kanaren-Archipels. Die ersten 24h waren etwas Motor-lastig. Anschliessend ging’s mit Code0 (immer ohne Gross-Segeln) bei 10-23kn Wind von 150-180Grad gemächlich mit 4-8kn Fahrt gegen Südwesten bis nach La Graciosa. Michele hat auf ihrer Ruderwache eine Wal-Fluke gesichtet.Leo hatte tatsächlich 2 Seevögel an der Leine: einer hat den Schleppköder gefasst und ihn praktisch erst nach einen Totalabsturz ins Wasser losgelassen nachdem er immer näher kam beim Aufrollen der Leine und wie ein Lenk-Drachen hinter dem Boot von backbord nach steuerbord fliegend hin- und hergeschleppt wurde. Der zweite Vogel kam irgendwie mit einer Schwinge in die Leine und wir mussten ihn ca 150m weit durchs Wasser ans Boot heranziehen, um ihn zu zweit zu fassen, festzuhalten damit Michèle dann den Flügel von der Leine befreien konnte, worauf der Vogel sich wieder in die Lüfte schwang und das Weite suchte. Maxim war erleichtert aber auch konsterniert, dass jetzt der Fang wieder weg war und wir keinen Vogel essen konnten.

Nach etwas mehr als 3 Tagen und Nächten haben wir am Nachmittag auf La Graciosa im lokalen Fischerhafen der Insel die Leinen festgemacht. La Graciosa ist vulkanisch, ohne Bäume und ohne Büsche sehr karg aber prall-leuchtend in den Farben und sehr relaxed seitens der Stimmung und der lokalen Bevölkerung, praktisch unbesiedelt ausser dem Hafendörfchen. Zudem ist Graciosa ein Teil eines grossen Naturschutz-Reservates und hat praktisch nur Tages, Tauch- und Segeltouristen sowie einige Übernachtungsmöglichkeiten. Wir blieben 6 Tage auf Graciosa. Es war extrem schön: Die Landausflüge mit Jeep, zu Fuss, joggend oder mit dem Velo und das Besteigen der alten Vulkane, der Sandstrand mit Strandbar im grosszügigen, teils natürlichen Hafenbecken, die Ruhe, der Sternenhimmel.
Leo hat uns dann nach 10 ereignisreichen Tagen am 3.10. verlassen, nachdem er mit uns allen noch meinen Geburtstag gefeiert hatte. Wir sind dann am 6.10. in einem gemächlichen Tagestörn die 35sm bis zur Marina Rubicon in den Süden von Lanzarote an der Playa Blanca gesegelt (wieder mit Motorunterstützung da wenig Wind). Hier liegen wir nun wieder inmitten des Tourismus. Wir haben durch absoluten Zufall Freunde mit ihren Kindern aus der CH getroffen, welche hier 1 Wo Ferien verbringen. Die Begeisterung von Maxim und Mara ist gross, weil sie das Herumtoben mit anderen Kindern schon vermissen. Es gibt ein Pool in der Marina, was für die Schwimm-Fortschritte von Mara und Maxim ganz wichtig ist. Beide haben einen Neoprenanzug. So können sie ohne auszukühlen 2-3h im Wasser verbringen auch wenn es etwas windet und haben auch ohne Schwimmhilfen noch Auftrieb. Wir haben wieder ein Auto gemietet und die grossartige Vulkanlandschaft erkundet, sind auf «Kamelen» geritten (genügsame Dromedare waren hier die historischen Last- und Zugtiere in der entbehrungsreichen Landwirtschaft früherer Tage, so die Informationen des kleinen Dromendar Museums auch entworfen wie so vieles als Erdhaus unter der Lava von Caesar Manrique) , das Piratenmuseum auf einer imposanten Burg besucht und weitere Bauten von Caesar Manrique, dem berühmten Kunstmalters und Architekten, Inselsohn und Vater des «authentischen Tourismus-Architektur», besichtigt. Für eine kleine Weindegustation hat die Zeit auch noch gereicht. Bemerkenswert ist die Art der Rebenkultur in diesem kargen vulkanischen Boden: Die Rebstöcke werden einzeln, bodennah, mit Abständen, in recht grosse Vertiefungen/Krater im schwarzen, vulkanischen Sand/Steinboden eingesetzte und am Rand der Kuhlen wird als Windschutz mit Lavasteinen ein 40cm hohes hufeneisenförmiges oder rechteckiges Mäuerchen gebaut für jeden einzelnen Rebstock. Das ergibt dann ein äusserst sehenswerter Anblick: gelbgrüne Farbtupfer in schwarzem Sand jeweils umgeben von einem schwarzen, steinernen Halbrund. Das Ganze schmiegt sich entlang der Topografie und zeichnet so ein absolut ungewohntes Landschaftsbild. Der vulkanische Malvasia Weisswein ist für mich eher trocken-profan ohne rechtes Bouquet in der Nase und praktisch ohne Abgang und wird als seco, semi-dulce und dulce sowie als Moscato-Variante angeboten. Einen roten Tropfen gibt’s auch noch inkl. süsse Version, der noch auf meine persönliche Verköstigung wartet. Nach 1 Woche an der Playa Blanca im Süden von Lanzarote sind wir am 12.10. losgezogen an die Ostküste von Fuerteventura ganz am Südzipfel dieser Insel. Nach einem 35sm Tagesschlag ist der Anker an der Küste vor einer kleinen Ortschaft gefallen. Wir lagen geschützt vor dem vorherrschenden Nordostwind an der nach Süden und Osten offenen Küste. Maxim hat seinen ersten Fisch gefangen (mit gekochtem Schinken als Köder und ich 3 weitere). Alle waren klein (20cm) und wir haben sie wieder freigelassen. Dann haben wir bei 6m Tiefe und klarem Wasser Rochen unter LaDiala gesehen und mehrfach ist eine Meerschildkröte ums Schiff gekreist und hat unsere Badeleiter begutachtet.
Michèle hat sich zur Navigatorin alter Schulte weitergebildet und bestimmt seit Gibraltar auf See täglich die Mittagsbreite mit dem Sextanten auf 2 Bogenminuten entsprechend 2nm genau (1Bogenminute=1Seemeile; «mit dem Mittagsbesteck die Sonne schiessen») und bei Dämmerung und guter Laune bestimmt sie die Position mittels Mond- und Planetenposition (Saturn und Mars) ebenfalls auf 2sm Genauigkeit verglichen mit der GPS-Position. Zumindest ich bin beeindruckt.
Odysseus und die Antike mit ihrer Mythologie haben wir verlassen. Wir sind eigentlich im Finis Mundi, über Finis Terrae, über Cap Finisterre (Frankreich/Spanien) hinaus. Konsultiert man die Karten vor der grossen Seefahrer- und Entdeckungszeit so gab’s nichts wo wir jetzt sind. Im rudimentär dargestellten Afrika der damaligen Zeit wurden die Horror- und Fabelwesen dieser Zeit angesiedelt und Jerusalem war umbilicus mundi (christliche Mönche waren die Gelehrten, Astronomen und Geografen dieser Zeit). Später wurden die Navigatoren und Astronomen öfters im frühen Alter blind weil das viele Sonnenschauen für die Linse des Auges schädlich ist und sie grauer Star entwickelten (u.a. auch Photokeratitis, Makuladegeneration oder Tumoren als Folge der UV-Belastung der Auge). Deswegen sind wir auch recht streng mit den Kids und Sonnenschutz für Auge und Haut sind täglich obligatorisch! Das Klima ist mild, sonnig, heiss im Windschatten, generell eher windig und für uns nachts deutlich kühler und angenehmer als die letzten 4 Monate seit Juni in Griechenland.

Heute, 14.10. haben wir die 12h Überfahrt von Fuerteventura nach Gran-Canarias Südküste gemacht. 78nm bei gutem Wind und 7-10.4kn Fahrt unter Segel. Nun liegen wir vor Anker und werden morgen in die Marina Pasito Blanco verlegen für sicher 1 Woche. Dort werden die beiden Grossmütter und Michèles Schwester mit ihren 2 Teenager und uns die kommenden 2 Wochen besuchen. Diala wird stationär sein in der Marina Pasito Blanco und dann werden wir evt noch einige Tage Richtung Las Palmas de Gran Canaria segelnd unterwegs sein. In Las Palmas finden dann die finalen Vorbereitungen für den Transatlantik-Route statt. Die ganze Unterhalts- Reinigungs- und Planungsarbeit sowie Material-, Ersatzteil- und Lebensmitteleinkäufe und die Einführung und der eintreffenden Crewmitglieder gilt es zu bewältigen.