SY Ladiala

Mit dieser Seite wollen wir Familie und Freunden einen Einblick in unsere Reise geben, welche am 2.April 2018 auf der Insel Murter in Kroatien angefangen hat.
Wir sind: Michèle, Mark und die Kinder, Maxim (12/2013) und Mara (9/2015)
La Diala, ein Katamaran Helia 44 von Fontaine-Pajot, Baujahr 2014, haben wir im Frühjahr 2017 erworben.
Auf der Seite „Position und Route“ ist ersichtlich, wo wir gerade sind und wenn ihr von der KARTE auf das Satelitenbild wechselt wird’s noch besser… oder sonst auch via Marine Traffic. Mit der App Marine Traffic- Ship Tracking kann man uns auch nachspüren
Für Nachrichten an uns darfst du gerne das Kontaktformular verwenden. Wir freuen uns über jede Rückmeldung aus der Heimat.

3. August 2019

Mitte Juli bis anfangs August 2019, Nordcarolina

Nach St.Augustine sind wir nach South Carolina nördlich von Savannah, genauer nach Hilton Head/Skull Creek in eine mitten in der Natur gelegenen Marina gesegelt. Unterwegs haben wir ein heftiges Ausweichmanöver fahren müssen da wir beinahe ein Manatee, eine Seekuh, gerammt hätten. Diese kommen hier überall vor von Bahamas bis Georgia. Das Küstengewässer ist 2-10sm weit raus recht flach (5-30m Tiefe) sodass es bei auflandigen Wellen an der Küste rasch gefährlich wird. Hinzu kommt der mit 2-4kn nach Norden drückende Golfstrom und die teils kräftigen Gezeitenströme an den Landeinschnitten. Die ganze Küstenlinie ist durchzogen von innenliegenden Seen, Fluss- und Meeresarmen. Es ist eine gigantische, über 7 Staaten reichende, unendliche Wasserlandschaft mit 3-4 berüchtigten Landvorsprüngen, an welchen sich Wind, Wellen, Golfstrom, Gezeiten und Sandbänke um die Vorherrschaft streiten. Dort wird es schon bei 15Knoten Wind unangenehm und bei 20Kn gefährlich (Cape Canaveral, Cape Fear!!, Cape Look out, Cape Hatteras). Die Landschaft ist ein einziges Naturparadies, unterbrochen von Siedlungen und Industrie. Hier hat man den Eindruck: die Amerikaner sind ein Volk von ambitionierten Hobbyfischern (catch and release ist wichtiger als essen – man staune…..).

Das Wasser ist sehr trüb mit vielen Schwebstoffen. Sodass unsere neuen Filter der Entsalzungsanlage nach 1 Woche bereits wieder ausgetauscht werden mussten.

Wir haben alte Freunde aus der Karibik getroffen: 2 Familien auch mit 2 Katamarans unterwegs. Die Wiedersehensfreude war sehr gross. Das eine Schiff (Marlin) haben wir auf Bahamas noch getroffen, Gaia, aus Genf, haben wir jedoch seit St.Barth vor über 3 Monaten nicht mehr gesehen. Gemeinsam haben wir Charleston und Savannah, typische Südstaaten-Städte, besucht und uns mit der US-Geschichte des 19JH (Sklaverei, Unabhängigkeit, Sezession) und des 20JH (Flugzeugträger Yorktown) auseinandergesetzt. Michele und ich versuchen dann immer auch entsprechendes Filmmaterial (Spielfilm oder Dokus) herunterzuladen und so ein Thema auch von dieser Seite zu beleuchten. Dann wird uns jeweils bewusst, wie schlecht unsere Englischkenntnisse eigentlich sind.

Immer wieder kommt es zu «schmerzlichen» Abschieden – nach Lallona aus Roma, MonRève aus Luzern nun von der Marlin-Crew – ihre Reise geht zu Ende und sie werden anfangs September wieder nach Deutschland zurückkehren. Wir haben Marlin «erst» im November 2018 auf Gran Canaria kennengelernt, obschon Marlin auch von der Kroatischen Insel Murter nur 4 Wochen nach uns losgesegelt ist. Ab der Karibik/St.Lucia haben wir unzählige Tage zusammen mit anderen Schiffen (u.a. Gaia) verbracht und tolle Erlebnisse geteilt.

Von Skull-Creek sind wir weitere 2 Tage und Nächte zusammen mit Gaia vorbei am Cape Fear (kurzer Gewittersturm mit Böen bis 42kn) nach Beaufort, North Carolina, gesegelt um von da bei günstigen Verhältnissen in weiteren 2 Tagen das Cape Hatteras zu runden und nach Norfolk, Virginia bzw. in die Chesapeake Bay einzulaufen.

Mit Gaia aus Genève werden wir vermutlich gemeinsam bis nach New York weiterreisen. Die Kids auf Gaia sind gleich alt wie Mara und Maxim und sprechen fliessend Englisch/Französisch. Seit wir nun wieder zusammen reisen haben sich die Englisch-Kenntnisse von Mara und Maxim explosionsartig entwickelt. Wir sind „hier“ im idyllischen, ruhigen Beaufort und haben uns auch wegen Materialproblemen auf Gaia entschieden, 3-4 Wochen am Anker vor Ort zu bleiben und unter anderem einen Workshop zu besuchen: build your own Surf-Paddle-Board. Im Maritime Museum ist eine Bootswerft alter Schule angeschlossen, wo Anfänger wie wir in 6-8 Tagen aus Cedar-and- Mahagony mit Epoxy-Fiberglas-Verstärkung unter Anleitung ein Board bauen können. Etwas besseres gibt’s nicht! Michele und ich sind abwechslungsweise (zusammen mit Laurent von Gaia) im Workshop oder bei den Kindern.

Wir haben immer wieder freundlichen Kontakt zur lokalen Bevölkerung, werden eingeladen und herumgeführt, bzw. auf viele Dinge aufmerksam gemacht, die wir als Kurzlieger sonst nicht sehen würden. So haben wir ein Rodeo besucht, erleben die Zusammenkünfte der Yachtclubs (BBQ, bring your own meat/drink and something to share) und besuchen lokale Märkte. Vieles ist recht klar bis radikal «republican» und Trump-Homeland. Die Politik ist wie eine Religion, man spricht nur unter sich und die anderen werden nicht gemocht, runtergemacht und teilweise sogar gehasst in aller Öffentlichkeit. Eigentlich recht bedenklich und wenn ich das alles sehe, höre, diskutiere und mir meine Gedanken dazu mache, dann kann die Hoffnung auf mehr Dialog eigentlich nur bei der aktuellen Highschool-Generation liegen….

Wir haben auch «eine Demokraten»-Familie kennengelernt, klassisch, d.h. Akademiker aus dem Norden, welche hier als selbständiger Arzt/Forscherin an der Uni arbeiten. Auch diese Familie sehr herzlich, sofort Einladung, Kinder bei ihnen oder auf unseren Booten. Kürzlich waren 7 Kids von 4-12j auf Diala, haben mit 6 Ruten gefischt, sind herumgerannt und haben Chips verstreut. Dann haben sie Hurricane, Versinken und Retten gespielt. Dabei lernen unsere Segelkids viel von den «Locals», auch am Strand, Krebse-Fangen, Fischen, Sanddünen-Surfen, Muschelsuchen und natürlich die Sprache.

Fischen mit Rute & Netz ist bei Maxim ganz gross im Kurs. Er hat schon einen kleinen Haifisch und einen Rochen gefangen. Maxim hat seine beiden «ersten Milchzähne weg» und Mara ist nun endlich Velofahrerin und immer noch sehr begeistert von den weiblichen Disney- Figuren (Cinderella, Snow-White, Elsa, Mermaid, Princess).

Einkaufen bei Piggy Wiggly mit Velo und Anhänger in der Vollhitze mit hoher Luftfeuchtigkeit ist recht ungewöhnlich für mich und auch für die Locals – ich war immerhin 3x dort. Kleine Läden in der Ortschaft selber gibt’s hier nicht. Der umfangreiche Piggy Wiggly Market liegt deutlich ausserhalb und wird als «kleiner Supermarkt» bezeichnet. Walmart (= unendliche Auswahl) liegt dann schon 20 Autominuten entfernt. Die Distanzen und die Hitze sind eigentlich zu gross für Velos im Alltag.

Hier kommen wir zur Ruhe auch wenn die Tage mit all den Aktivitäten, Besuchen, Kinderwünschen, dem Workshop und dem üblichen Alltagskram auf einem Wohnsegelschiff

sehr ausgefüllt sind. Wir geniessen das ruhige Ankern im wechselnden Gezeitenstrom mit Blick auf das kleine Städtchen oder die Dünen-Auen-Deltalandschaft (beides nur 50m von uns entfernt) mit einer Population von frei lebenden «wilden» Pferden, welche auf diesen sandigen Inseln leben und im Sand nach Süsswasser graben und morgens sowie abends im Wasser der schlammigen Uferpartie stehen und die Spitzen der Gräser abweiden.

Wir werden hier in Beaufort den 1- August feiern, unsere Paddle-Boards fertigstellen, auf gutes Wetter mit wenig Südwind warten und uns dann im Golfstrom ans Cape Hatteras spülen lassen, um von dort nach Nordwesten in Chesapeake Bay zu gelangen.

Dann gibt’s noch einige Anekdoten: New Berne liegt nur wenige Miles entfernt von Beaufort. Als Swiss Guys werden wir im Boat House angesprochen von Wunderly, Honegger im breitesten Südstaaten-Akzent. Bis ich verstanden habe, wie die heissen und dass sie «eigentlich» aus der Schweiz kommen aber keine Ahnung haben wie « es dort so ist». Auch Deutsche haben die Diaspora in New Berne mit begründet und so stossen wir hier immer mal wieder auf Deutsch-Immigranten der 3. Generation (ü70…..).

Ein Motorboot kommt längsseits: Hi, I’m Willy, from the Boat House, aahh genau, der hat da auch herum gewerkelt. Nächsten Tag kommt Willy wieder längsseits mit seiner Frau und lädt uns alle von den beiden Katamaranen ein zum Abendessen (North Carolina Seafood and BBQ and Pool). Let’s talk about the details tomorrow at the boat house.

Boat House, workshop hours: die Musik ist US-Rock aus den 70ern evt 80ern.Damit habe ich mich als 16-22j beschäftigt und bin mit selbstgemixten Tapes als 21-Jähriger alleine mit meinem ersten Auto während 4 Monaten durch die USA gefahren (CCR, Santana, Jim Croce, Lynyrd Skynyrd, JJCale, RStones, Supertramp, Fleetwood Mac. J.Cash, Al Steward, Alan Parsons, etc. etc.). Ich bin nicht nur in die Holzarbeit sondern auch in den Sound und in die Erinnerungen abgedrifted. Metaphysische Momente zwischen manueller Arbeit, Musik und Erinnerungen bzw. Adolescentenfantasien.

Es gibt ein Grüppchen von älteren Herren, die rudern alle 2.3 Tage zu sechst mit Steuermann auf einem der neu hergestellten, museumwürdigen Ruderbooten auf dem Meeres-Flussarm herum direkt vor uns bzw. dem Städtchen. Sie machen oft Pause weil es in Wind und Strömung streng ist und lasse sich dann treiben. Der Clubname: Drinking Club with a Rowing Problem

Gaia und LaDiala wollten wissen, ob alles klar ist mit unseren Anker-Geschirren nach 2 Wochen an der Kette. Also haben wir unser Anker neu setzen wollen. Wir: mit einem fremden, ca. 40KG Anker in der Kette und als wir den losgeworden sind mussten wir mit der Trennscheibe die dazugehörende, muschelbesetze Ankerkette durchtrennen, welche sich 5x (!!!) um unsere Kette gewickelt hat oder umgekehrt. Weil: in den Gezeitenströmungen und mit Wind wechseln die Schiffe teils sehr stark die Positionen. Der Strom kommt von vorne, der Wind von hinten und die Kette geht zwischen den Rümpfen hindurch nach hinten. Und alles ändert sich sobald Gezeiten bzw. Wind sich verändern. Gaia: musste sich von einem Riesen-Anker befreien. Der war so schwer, dass die Anker-Winsch, die Kette mit dem Zusatz-Anker nicht mehr hochziehen konnte. Laurent, der Skipper, musste tauchen (30cm Sicht wegen «Sedimenten») und mit seiner Frau koordinieren, damit sie mit den Motoren die Kette im Gezeitenstrom und Wind entlasten konnte, derweil ihr Skipper/Mann tauchend bei nur 3m Tiefe im Dunkeln/in den Sedimenten fingernd, erfolgreich seine Ankerkette von diesem Riesen-Anker losgelöst hat. Bravo – das ist echt schwierig!!! Wir erinnern uns: Bahamas oder ganze Karibik = glasklares Wasser bzw. hier: neue Wasserfilter bereits nach 7d verstopft, vorher 6 Monate ok.

Oder: Dianne die 76j, quirlige Port Officer des Ocean Cruising Club hat wieder die Strippen gezogen: Babysitter, meet me at my condo (wir mit den beiden Dinghis hingerast) , dort Ashley, 15j und ihre Mutter (driving ‘cause Ashley is to young to drive= noch nicht 16j), Ashley passt auf unsere 4 Kids auf mithilfe von selbstgemacht Popcorns und DVDs und et cetera bzw. wollen wir gar nicht wissen. Und die Eltern gehen mit Dianne (= unsere Mutter-Alter) locker in ein angesagtes Steak-House und verkosten dann ah Drinks und 2 Flaschen Malbec noch verschiedene Bourbons um anschliessend mit den fast oder ganz schlafenden Kids durch die Nacht zu rasen zurück zu unseren Schiffen. Alle sind trocken ins Bett gekommen (nicht immer einfach mit dem Schlauchboot bei Wellen) und ebenfalls trocken um 7h von den trockenen (nun fast immer) Kindern wieder geweckt worden

4. Juli 2019

USA – Cape Canaveral Juni 2019

Good morning America how are you? Wir sind anfangs Juni nach einer ruhigen Nachtübersegelung im Golfstrom (+2kn) von unseren geliebten Bahamas in Cape Canaveral angekommen. Angekommen und zurück in der grossen zivilisierten Welt.

Es ist alles XXL hier. Das Land, die Autos (mein ehem. CH-Dodge Durango V8 geht hier neben RAM/Silverado/Sierra….völlig unter), die Strassen, der Konsum, die Gedanken, Visionen.

Cape Canaveral = Kennedy Space Center = Raketenstarts (50 Jahre Jubiläum am 21.7.19 erste Mondlandung)= abgefahren = abgehoben. Seit wir hier sind bin ich selber zu einem kleinen Astronauten geworden. Armageddon, Apollo 13, Space Cowboys, „the last man on the moon“, Deep Impact. Okay vielleicht eher ein Movie Astronaut. Egal. Als ich dann die echte Space Shuttle Atlantis (im Einsatz bis 2011) im Kennedy Space Center erblickte, da wars um mich geschehen. Das Weltall ruft….

Bislang beschränkte sich mein Horizont als Segelflugpilotin auf unsere Alpen, aber jetzt ist Schluss damit. Jetzt soll mein neuer Horizon das Weltall sein. Auf zu XXL. Es ist ansteckend.

Und es kommt noch besser. Am 25.6.2019 um 02:30am startete die Falcon Heavy von Space X in Cape Canaveral erfolgreich. Und wir waren live dabei! Absolut abgehoben. Es sei die stärkste Rakete aller Zeiten nach Saturn V. Sie hat so viel Schub wie etwa 18 Jumbo 747. Wurde konzipiert, dass sie eines Tages bemannt zum Mars fliegen kann.

Die Falcon Heavy wurde mit vielen Satelliten für NASA, NOAA, etc bestückt, wie auch mit 150 Urnen. Why not.

Wie geplant landeten die beiden seitlichen Booster erfolgreich wieder in Cape Canaveral. Eine Sensation. Der doppelte Überschallknall bei der Landung der beiden Booster war ohrenbetäubend. Der Zentrale Booster sollte auf der Drohnenplattform 700sm draussen im Atlantik landen. Leider verfehlte dieser das Ziel. Egal. Die Mission war erfolgreich.

So hatten auch wir noch andere wichtige Missionen auf unserem Programm. Disney World (of course) und Legoland. Donald Duck und Cinderella wurden reale Gestalten und Maxim und Mara durften sie persönlich kennen lernen. ¾ von uns haben sich in Disneyland amüsiert, ¼ war angespannt bis genervt- mehr dazu später.

Auch unsere LaDiala und ihre Ausrüstung bekamen die notwendige Aufmerksamkeit. Der Aussenbordmotor wurde einmal mehr repariert. Die Kühlung läuft wieder dafür haben sie die Schaltung nicht mehr sorgfältig zusammengesetzt und der Leerlauf „kratzt“ nun unangenehm hörbar am Rückwärtsgang. Der Reserve-Aussenborder“ hat die lange Standzeit nicht überstanden: der Vergaser/die Düse scheint verklebt weswegen der Motor natürlich nicht mehr läuft. Wir haben noch ein kleines Leck (Borddurchlass für Echolot) und eine undichte Decks-Lucke – hoffentlich nachhaltig – abgedichtet. Segel wurden repariert und mit UV-Schutz versehen und Polster sowie Cockpit-Bimini musste professionell genäht werden. Das alles brauchte Zeit, Mietauto, Entdeckungsfahrten etc. sodass wir Port Canaveral und die Umgebung geniessen konnten. Wir liessen LaDiala in Port Canaveral mit dem Kranen rausheben. Sie erhielt ein neues Antifouling, neue Saildrive-Anoden und eine Politur beider Rümpfe. Sie strahlt wieder wie neu. Wir haben 1 Woche bei gefühlten 45° im Schiff auf dem Trockenen übernachtet – nachts war nur unmerklich kühler. AirCon haben wir keine. Mit Leiterli auf’s Schiff und wieder runter. Toilette, Dusche und Waschbecken etc. konnten wir nicht benutzen. War also alles wie auf dem Campingplatz ausser dass wir abends ganz alleine waren im vollen Scheinwerferlicht der Werft an der Autobahn.

Auch wir strahlten. Es ging weiter 100sm nordwärts Richtung St. Augustine. Diese Stadt ist umspült und getränkt von Geschichte und Charme.

St. Augustine ist die älteste durchgehend besiedelte Stadt der USA, die von Europäern (Spaniern) gegründet wurde. Martin de Arguelles (geboren 1566) soll das erste Kind europäischer Herkunft sein, das auf dem Festland der heutigen USA geboren wurde.

Auch Sir Francis Drake (Freibeuter, Pirat und späterer Englischer Admiral) und mit ihm die Piraten wüteten hier. Vor und während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges herrschten die Engländer. Danach bis

1821 wieder die Spanier. In der Folge wurde Florida friedlich unter politischem Druck an die USA verkauft.

Das ehemalig Hotel Ponce de León (heute Flagler College), eines der luxuriösesten seiner Zeit, war das zweite Hotel weltweit das elektrisch versorgt wurde. Es wurde von Flaglers’s Freund Thomas Edison persönlich verkabelt. Da es mit Gleichstrom lief, kam es gelegentlich zu kleineren Explosionen. Die Gäste waren dermassen verunsichert, dass extra Personal eingestellt wurde, um die Schalter zu bedienen.

Vergessen darf an dieser Stelle auch nicht Johnny Weissmüller, sprich Tarzan. Der fünffache Olympiasieger trainierte im Pool des ehemaligen Hotel Alcazar. Im 19. Jahrhundert war dies der weltweit grösste Indoor-Swimmingpool.

Der 4. Juli und mit ihm der Independence Day, der Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten naht. Wir sind gespannt, dieses Ereignis in St. Augustine miterleben zu dürfen. Für das Feuerwerk ist uns der Logenplatz an der Boje direkt vor der Brücke, der alten Festung und vor dem Städtchen gewiss.

Noch einige kleinkarierte „erwachsene“ Anmerkungen zum pädagogisch wertvollen Disneyland und den Erlebnisparks. Kinder würden das erlebte anders erzählen. Das Konzept ist bemerkenswert offensichtlich auf’s Geldverdienen ausgerichtet bei subjektiv gesehenem, relativ geringem Gegenwert. Tickets gibt’s rasch, per WWW oder am Schalter ohne Anzustehen, oft auch schon im Hotel, dafür sind sie dann etwas teurer, was dir niemand sagt, sodass alleine der Tagespass für unsere Familie deutlich über 500 USD lag – dafür war nichts inclusive. Sobald das bezahlt war gings dann nicht mehr so schnell; anstehen schon beim Parking (25USD/Day), dann 500m Zugfahrt um dann auf weiter Ebene ca 1km in der Sonne weiterzulaufen. Warten auf den Zug bzw. das Schiff bis zum Eingang. Dann warten am Eingang und zur Toilette ohne Wartezeit (bei den Jungs). Ab dann war alles mit Anstehen verbunden immer mindestens 20min selbst für den Starbuckscapuccino 25min. Jeder Rollercoaster 20-90min, Meet-and-Greet mit Foto (Donald Duck, Daisy, Cinderella, Pluto etc.) je mindestens 20-30min. Und die Leute machen das alle motiviert mit ohne Nümmerli etc. wie bei uns bei der Post und so. Alles super und alle zufrieden – having fun, good time etc. Meistens steht man in der Sonne oder es ist ca 60-70dB laut. Das Essen: eine Herausforderung – ich war froh, als ich ein Salatblatt erkannt habe. Im Legoland war’s besser. Weniger Menschen, ab und zu etwas zum Selbermachen (Rutschbahn oder Legosteine zusammenstecken) und deutlich weniger Wartezeiten. Coole Wasserski-Wakeboard-Motorboot-Show. Die hatten sogar bei jeder Bahn und jedem Ereignis eine Tafel, wo drauf stand was jetzt gerade pädagogisch abgeht beim Kind (welche Fähigkeiten gefördert werden)! Wir sind dann in einen 4d Film gegangen mit Brille und so (4d = 3d mit Wasser von der Decke) und da wurde von den Legofiguren in 3d geschrien, geschlagen, geschossen und herumgefuchtelt in einer nicht SUVA-konformen Lautstärke und evt. nicht ganz passend für alle Kinder. Mara hat dann von sich aus entschieden, die Brille abzulegen und sich eng an die Mami zu klammern. Wir haben uns Vorwürfe gemacht, dass wir das «kindergerechte Hinweisschild» nicht gefunden bzw. beachtet haben. Anschliessend bemerkten wir, dass diese Hinweisschilder eher marketing- denn kinder-pädagogisch-gerecht aufgestellt wurden.

Das Kennedy Space Center war dann wirklich gut. Alle übertriebenen Erwartungen erfüllt und Helden sowie alles andere auch zum Anfassen – anything goes, yes we can, American dream in Reinkultur und wirklich beeindruckend. Ausser vielleicht das Super-Size-French-Croissant: klein aber fein, frisch von gestern, gekühlt, schön weich in der Plastikbox. Aber gut – man kann’s auch provozieren. Also: Space Center war ein Erlebnis der Extraklasse zusammen mit dem Rocket-Launch!

8. Juni 2019

Die Bahamas, 4M+1, Mai 2019

Um es gleich vorweg zu nehmen: Hier schreibt nicht Michèle oder Mark sondern ein Gastschreiber, der mitreisen durfte. Die Seglersprache wird etwas darunter leiden, aber es entsteht die Gelegenheit für einen anderen Blick auf dieses Abenteuer und die coole Band!

Und ein bisschen verrückt sind sie auch noch. Wer würde schon einen Kumpel von früher für vier Wochen in seiner 65m2 Wohnung aufnehmen, nur weil dieser auf ein paar tolle Erlebnisse hofft und aus dem Alltag ausbrechen will?

Nun, die 4M haben es getan. Und genau das ist der Punkt. Andere reden davon, viele beneiden sie, aber die 4M sind seit über einem Jahr unterwegs mit ungebremster Reiselust.

Aktueller Ort: Die Bahamas, über 3000 Inseln, die sich vor der Küste Floridas im Flachwasser verteilen. Baha Mar, so wurde es von den spanischen Entdeckern genannt. Weite Gebiete sind nicht tiefer als fünf Meter, und zwischen den Inseln gibt es enge Passagen mit starker Strömung. All dies, Wetter und Gezeiten führen dazu, dass die Reiseroute genaue geplant werden muss. Die Inseln haben kaum eine Erhebung. Von der Hauptinsel sieht man durchs Fernglas zuerst nicht etwa einen Berg, sondern die Hotelbauten, die auf der abgewandten Seite stehen! Sandstrände mit Palmen wechseln sich ab mit unterspülten Felsen, dichtem Gehölz und pinienartigen Bäumen.

So einheitlich wie die Natur die Inseln erobert hat, so unterschiedlich haben wir die Siedlungen und die Bewohner erlebt. Man hat das Gefühl, dass sich jeweils Gleichgesinnte gefunden haben. In Hope Town vorwiegend Weisse, die zum Sportfischen und Segeln da sind, im Exuma National Park die naturbegeisterten Segler, die Ruhe und Entspannung suchen und finden, in Fox Town die schwarze Bevölkerung, die nach einer Woche Muscheln tauchen und Fischen sich am Samstagabend in der Bar betrinkt und tanzt und am Sonntagmorgen um sechs vom digitalen Glockenspiel der Kirche geweckt wird, und in Nassau die 60% der Bevölkerung, die auf einen besseren Job hoffen und neidisch zur Silhouette des Paradise-Hotel blicken. Und dann gibt es noch Captain Bird (94!) und sein Spanish Wells. Spontan fährt er uns auf seinem Golfcruiser über die Insel und zeigt stolz all die gepflegten Häuser und Vorgärten. Der Abfall wird am Strassenrand in Kübeln deponiert, jeden Abend abgeholt, endet aber trotzdem auf der Deponie am Ende der Insel, wo er später verbrannt wird- leider.

Aber die grossen Abenteuer warten unter der Meeresoberfläche auf uns. Drei davon müssen exemplarische herhalten, denn von allen zu berichten, würde vielleicht die Leser vorab aber den Schreiberling überfordern.

In die Top drei schaffen es natürlich die Haie. Bitte jetzt nicht in Panik verfallen und nur noch aufblitzende Zähne vor dem inneren Auge sehen, sondern das intelligente Kraftpaket bewundern. Es ist so intelligent, dass es vor dem Zubeißen abschätzen kann, dass der Mensch keine lohnenswerte Beute ist, weil er viel zu wenig Fleisch am Knochen hat. Gleich in den ersten Tagen auf Exuma sahen Mark und ich am Abend vom Schlauchboot aus eine Haiflosse am felsigen Ufer hin und her wandern. Kurze Zeit später wurde der Hai gewahr, dass ich im Wasser war, wollte wissen, was ihn da beim Jagen stört und zog mit langsamen Bewegungen an mir vorbei, fort zur nächsten Bucht. Meine erste Begegnung mit einem Hammerhai! In der nächsten Szene waren es etwa fünfzehn Ammenhai am Dock. Ein Sportfischer filetierte seine Fang, ein halbes Dutzend mächtige Mahi Mahi. Wer wollte, durfte das etwa einen Meter lange Fischgerippe am Schwanz halten, den Happen vor den Haien hin und her schwenken und Seilziehen spielen, bis der Kopf mit einem heftigen Ruck abgerissen wurde. Eine kleine Show für Touristen aber dennoch eindrücklich, wie nahe man so den Tieren kam, die zwischen Fischkopf und nackten Füssen unterscheiden konnten. Im Nationalpark besuchte uns am Ankerplatz täglich ein einzelnes Tier und schwamm geduldig in der Strömung hinter dem Schiff. Sogar Berührungen liess er zu. Am nächsten Tag entdeckten wir ihn an seinem Schlafplatz zwischen zwei grossen Korallenstöcken.

Nur einen Zahn aber nicht weniger faszinierend hat die Conch. Eine etwa Kokosnuss-große Muschel, die kaum natürliche Feinde kennt, und deshalb in grosser Zahl vorkommt, im Wasser und auf der Speisekarte. Ihre zwei Augen erinnern an Schnecken, und mit ihrer spitzen Kralle kann sie sich am Meeresgrund fortbewegen und den unvorsichtigen Schnorchler mit einem schmerzhaften Pickser in die Flucht schlagen, vorerst. Denn wir bleiben fasziniert von dem Geschöpf, schauen den Fischern zu, wie sie an geeigneter Stelle ein Loch in die Muschel hämmern, um das Tier aus dem Gehäuse zu stossen. Damit war auch gleich das Ziel gesetzt: Finde eine Muschel ohne Loch (und ohne Tier) um dann doch wieder an der Spitze eine Öffnung zu fräsen, damit sie als Karibik-Horn eine neue Aufgabe bekommt. Bis zu meiner Abreise konnten wir der Muschel leider nur ein klägliches Röcheln entlocken.

Nun wir es etwas emotional. Es geht um Seesterne und zwar nicht um die kleinen feingliedrigen sondern um richtige Riesen. Ihre Arme sind kürzer, der Körper massig, etwa eine Handbreit dick und das ganze Tier so gross wie eine Pizza. Der Fischer lebt von ihrem Verkauf. Er hat seinen Stand beim Pier, wo die grossen Kreuzfahrtschiffe anlegen und die Passagiere ein paar Stunden Zeit haben für Shopping und den Besuch der Paradise Island. Er erzählt von seiner Arbeit und lädt uns ein, am nächsten Tag mitzukommen zu den Seesternen. Es ist dann zwar am übernächsten Tag, aber der Fischer hält sein Wort und wir tuckern neben ihm her – bis uns die Hafenpolizei stoppt, weil wir offensichtlich etwas unklug an einer (Wasser-)Kreuzung nach Muscheln tauchen wollten. Die Seesterne wären noch weiter draussen, wo wir aber wegen der hohen Wellen nicht mehr hin wollen. Als Dank und weil das ja auch der Plan war, dürfen sich Maxim und Mara je einen Stern aussuchen. Einen Moment lang entschuldigen wir den Kauf damit, dass seine Tiere ja schon Tod sind, aber eine Grundsatzdiskussion kann damit nicht verhindert werden, an der sich sogar noch ein Passant am Pier beteiligt. Auf See muss man sich offensichtlich nicht rechtfertigen, warum man nicht Vegetarier oder Veganer ist, sondern welches Tier man aus dem Meer fischt.

Ich weiss, dass waren jetzt drei Geschöpfe, aber “einen hab’ ich noch”: Seit der Muppet Show kennt man “Schweine im Weltall”, seit den Bahamas kenne ich Schweine im Meer (nicht zu verwechseln mit Meerschweinchen). Diese Exemplare kommen tatsächlich schwimmend auf das Boot zu und betteln um Futter! Sie sind ähnlich aufdringlich wie Affen, weshalb es am Strand klare Verhaltenshinweise gibt: “Hände hoch” und zeigen, dass man nichts Essbares mehr hat. Und tatsächlich, die Pantomime funktioniert, schlaue Viecher.

Aber die 4M sind alle noch viiiel schlauer! Und grossartige Gastgeber! Sie geben einem das Gefühl totaler Sicherheit, auch wenn mal nicht mehr als 50cm Wasser unter dem Kiel ist. Alles ist voraussehend geplant und doppelt gesichert. Spontaneität kommt nicht zu kurz, und die anhaltende Freude über das Abenteuer durchströmt das ganze Schiff. Wenn dann Maxim seinen Plan zum Tag darlegt und Mara auf der rasanten Fahrt im Dingi ihre englischen Lieder singt, ist das Glück näher als zum greifen nah.

Mit grossem Dank für die wunderbare Zeit

Felix

15. Mai 2019

Photos Feb. bis April

8. Mai 2019

April Karibik nord-westlich

St. Barth, St. Martin/Sint Marteen, BVI/USVI, Dominikanische Republik, Turks&Caicos

In 6 verschiedenen Nationen in 4 Wochen. Das waren Frankreich (St.Barth und St. Martin), Holland (Sint Marteen) Britisch Virgin Island (BVI), Amerika (USVI), Dominikanische Republik und Turks&Caicos.

Auch beim Segeln wiederholen sich die Ereignisse und der Alltag. Ich halte diese vielen Eindrücke in Stichworten fest und lasse die Bilder sprechen.

St. Barth; französisch, eurasisch besiedelt, winzige Insel, karg, mondäner Ort der weissen Reichen, Jonny Holiday soll hier begraben sein, Regatta der Superluxussegelyachten, teuer

Wale in ca 100m Distanz von unserem Boot, gewaltig pflügen die Leiber durch die See.

St. Martin; französisch, auch karg, teilt die kleine Insel mit Holland, schwer von Hurrikan Irma&Maria getroffen, trauriger Schiffsfriedhof in Marigot Bay

Sint Marteen; holländisch, die wenigsten sprechen holländisch, auch viele Schiffswracks im grossen, natürlichen Lagunen-Hafen

Britisch Virgin Islands (BVI); wunderschönes Inselarchipel, einsame Buchten, Strände und Inseln leider auch Hurrikan-zerstört, praktisch die ganze Vegetation abgestorben, eine zuvor grüne nun braune Hügellandschaft, welche sich jetzt – 18 Monate später – langsam erholt, wodurch es einige grüne Flecken gibt. Ähnlich schaut es im Riff/Korallenbereich aus. Die Golfanlage ist „immergrün“….., Linksverkehr, sie fahren aber alle mit Autos für Rechtsverkehr (US-Import-Cars)

USVI; Besuch mit der Schnell-Fähre (27Kn) der Insel St. Thomas, auch Hurrikan-Narben, aber alles aufgeräumt, endloses !!! duty free shopping (vor allem Schmuck und Uhren – streng in indisch-stämmiger Hand), 2-4 Kreuzfahrtschiffe mit bis 8000 Personen (incl. Crew)/Boot und das teilweise täglich, McDonalds (nicht wir) und viele Pick-up

Nachtsegeln über 2 Nächte mit dem schönsten Sternenhimmel, nächtlicher Vogelbesuch zum Rasten, der uns erschreckt und das Deck markiert hat.

Dominikanische Republik; paradiesische üppige Palmen- und Waldvegetation, absolut spanisch-karibisch, sehr freundliche Menschen, Aufenthalt in fast leerer, erstaunlich günstiger Luxusmarina in Bahia de Samana mit 2x Infinitiypool ( nun weiss ich auch was das ist (Mark)) , 2x Bar, 2x Restaurant, Gym, Spa, Kids Klub, Reitausflug zu El Limon Wasserfälle, Autoausflug für Besichtigung, Lebensmittel- und Zigarreneinkauf

1x Nachtsegeln mit Vollmond

Turks&Caicos; noch nie von dieser Inselgruppe gehört! Es gibt sie. Ursprünglich britisch, viele US Touristen, viele Villen, Streusiedlung, steuerfrei für Firmen und Privatpersonen. Finanzindustrie, erneutes Kitesurfing in tiefblauemtürkistürkis Wasser, nur bauchnabeltief kilometerweit, Besuch meiner Mutter und ihrem Mann, Geburtstag feiern, erste Nurse-sharks, neuer Tuna-Köder (mit denen – den Tunfischen – haben wir noch eine Rechnung offen)

2x Nachtsegeln mit Destination Bahamas, Ankunft 30.4.2019

Ein Einschub noch zur Bevölkerung der grossen und kleinen Karibik-Inseln: praktisch alle Menschen sind afrikanischen Ursprunges als Folge des gigantischen, quasi-industriellen Sklaventransportes der Portugiesen,Spanier, Engländer, Franzosen und Holländer beginnend im 16. bis anfangs 19.Jahrhundert ausgehend von der Westafrikanischen Küste mit Hilfe der dort ansässigen Händler, welche den Sklavennachschub aus dem Inneren des Kontinentes besorgten. Auf dem Rückweg brachten die Sklaventransporter Ware aus den neuen Länder nach Europa zurück und segelten dann wieder an die Westküste von Afrika um den „Kreis bzw. das Dreieck zu schliessen. Gemäss Sklavenmuseum in Martinique wurden um 11Mio Schwarzafrikaner deportiert alleine auf die Karibikinseln. Man geht davon aus, dass 2Mio die Seereise nicht überlebt haben. Es gibt jedoch vergleichsweise wenig klare Quellen zu den Zahlen… Die ursprüngliche indigenen Einwohner (meines Wissens um 600’000 Menschen) wurden innert 50-80 Jahren fast vollständig versklavt v.a. in der frühen Entdeckerzeit der Spanier und Portugiesen und sind in diesem Zeitraum an eingeschleppten Krankheiten und den „neuen Lebensumständen“ fast zu 100% zugrunde gegangen und „ersetzt worden“ durch die angeblich widerstandsfähigeren Schwarzafrikaner. Heute kann man sich kaum vorstellen. Auch die Inseln und ihre Flora lassen häufig nicht mehr erahnen, dass überall Plantagen, Bergbau (Edelmetalle) und Salzgewinnung im vorindustriellen Stile mit Menschenware betrieben wurde.

22. März 2019

Antigua & Barbuda März 2019

Antigua & Barbuda März 2019

Vier Highlights haben unseren Aufenthalt in Antigua und Barbuda unvergesslich werden lassen; Kitesurfing, Reunion mit unserer crazy ARC family Gruppe (Atlantik-Ueberquerer Familien), Besichtigung der italienischen Superluxusyacht Ohana und das surreale Barbuda.

Nonsuchbay, eine Wunderschönehinterdemriffgeschütztegrossbucht im Osten von Antigua mit der am Riff gelegenen Insel Green Island mit ihren flachen Sandstränden und den türkisfarbenen Buchten. Es ist der Spot zum Kitesurfen. Wir träumten schon lange davon diesen Sport einmal ausprobieren zu dürfen. Es ist perfekt. Die Kiteschule „40knots“ hat uns jeweils direkt von unserem Boot abgeholt. Ausgerüstet mit Schwimmweste, Helm, Kite und Brett sowie Dingi gings los. Zuerst der kleine Uebungsschirm an Land, dann der Grosse und dann ab ins Wasser aber noch ohne Brett. Das war lustig. Je nach Kontrolle oder eben Nicht-Kontrolle zog es einem fast ganz aus dem Wasser. Am zweiten Tag man glaubt s fast nicht, standen Mark und ich schon auf dem Brett und flitzten über s Meer. Ein herrliches Gefühl. Aber wehe man lässt den Schirm auch nur kurz aus den Augen, eine harte Landung kann s dann schnell geben.

Das schöne an dieser Sportart ist wohl die Vereinigung von Wind und Wasser, etwa so wie unser Parasailor auf der Atlantiküberquerung. Es geht vor allem um Balance und Technik. Weder Kraft noch grosse Fitness sind nötig. Und unsere Snowboard-Skills kommen uns sehr gelegen – wir müssen uns nicht um das Ding an unseren Füssen kümmern, das geht von alleine und gleitet meist so übers Wasser wie wir uns das vorstellen. Nicht wie Windsurfen. Da kam ich nie auf einen grünen Zweig, nur auf viele offene Wunden an meinen Händen…

Wir werden nun unsere zukünftige Segelroute ein bisschen den Kitesurfehotspots anpassen und weitere Lektionen nehmen.

Nach unserer Atlantiküberquerung hat sich eine WhatsApp Gruppe gebildet; die „ARC crazy family“. Eine Gruppe von ca 10 Yachten mit Kindern von 3-12Jahren. Über WhatsApp werden jeweils die aktuellsten Tips von Grenada bis Barbuda mitgeteilt. Je nach Boot/Spielsachen/Kids/Route wurde/wird miteinander gesegelt und geankert. Falls auf dem Marine Traffic-App Boote wie MonReve, Marlin, Lallona, Tortola, Gaia immer wieder in unserer Nähe gesichtet werden: es hat sich mit ihnen ein Clan gebildet. Die Tage gemeinsam vor Green Island in der Nonsuch Bay bleiben unvergesslich. Man stell sich seine Traumbucht vor. Unbewohnt, feinster Sand, viele schöne Muscheln, Palmen, grün-blaues Wasser und wir. Unsere Yachten füllten gleich die Bucht aus. Die Kids bastelten mit SUP, Kanu, Luftmatratze, Paddel und Seile Brücken zwischen den Booten. Das Spiel war dann möglichst trocken von einem Boot auf das andere zu kommen… Abends wurde zum Strand geschwommen, geschnorchelt oder gepaddelt. Ein Feuer im Sand, gleich neben dem Meer. Schlangenbrot, Würste, Entrecote, Gemüse, Marshmellow…ein Schlemmeressen.

Wir Erwachsenen und Eltern sehnten uns nach Kino. Die Kinder natürlich auch. So wurde auf einem Katamaran die Verfilmung von Freddie Mercury bei Champagner und Kuchen gezeigt. Auf einem anderen Katamaran die Mignons mit Sirup und Kuchen. Wie gut das tat.

Ein lustiger Event war dann auch das Drohnenfotoshoting. Wir schrieben mit unseren Körpern Antigua an den Strand.

Der gemeinsame Schnorchelausflug zum Riff war obligat- alle mit ihren Dinghies und dann: viele bunte Schnorchelspitzen und einige Kinderschwimmwesten schaukelten im Wasser.

Da fehlte uns nur noch eines; ein Ausflug auf eine Supersegelluxusyacht. Antigua ist in der Seglerszene bekannt für den geschichtsträchtigen English Harbour und für ihre alljährlichen Segelregatten. Es treffen sich die wohl schönsten und teuersten Yachten der Erde an diesem Fleck. Speziell erschien uns, dass gleich neben diesen Yachten der karibische Alltag stattfand. Nicht wie Monaco, St. Tropez oder Tivat, wo rundherum alles mit Schickimickiszene und den Flag-Stores zugepflastert ist.

So war es denn auch vor Green Island Die Crew der wunderschönen italienischen Luxusyacht „Ohana“ gesellte sich abends zu uns (oder wir zu ihnen…) an unsere crazy family beach. Wohlgemerkt der Yacht-Besitzer selbst war noch nicht eingeflogen. Dank unserer italienischen Lallona family wurde die Brücke schnell geschlagen und es konnte ein Besuch auf der Yacht am nächsten Tag eingefädelt werden!

Der Captain/Commandante, unglaublich bescheiden, sympathisch und professionell empfing tatsächlich unsere Dingi Karawane mit 10 Erwachsenen und 8 Kindern auf „seinem“ Schiff. Die Ohana; 50m lang, 10m breit 5,6m Tiefgang, Masthöhe 60m, 350 Tonnen schwer, Motorleistung 1000PS, 800l Frischwasserproduktion/h, 240l Dieselverbrauch/d nur für Generator, Gennaker knapp 1400m2….“Ohana“ was auf Maori Familie heisst, wurde in New Zealand gebaut für rund 30Millionen Euro. Wird verchartert für 180’000USD/Woche, hat piekfeine Suiten für 10 Gäste. Das Interior bestückt nur mit den besten Materialien wie Massivholz, Kristallglastreppe, Marmortisch,…..Sie wirkt einfach schlicht schön. Satte 2 Stunden wurde uns wirklich alles gezeigt und erklärt, jede Frage ausführlich beantwortet.

Das Beste an diesem Besuch war – ich freute mich so sehr wieder auf unsere LaDiala – im Vergleich klein fein mein. Und was ich auch gelernt habe, mit dem elengantesten, grössten Schiff kommst du nicht in die schönsten entlegensten Buchten rein. Der Tiefgang ist schlicht zu gross….

Barbuda, die zu Antigua gehörende, nördlich gelegene Insel ist surreal, die satten Farben des Meeres und des Himmels von einer anderen Welt, einzelne Strandabschnitte wegen des Muschelsandes rosa gefärbt. Das Naturparadies mit seinen riesigen Lagunen, den Fregatten- Vögeln, den feinsten, ins Unendliche reichenden Sandstränden, der Reichtum an Muscheln – man wird süchtig danach. Wir konnten mit den anderen Familien an einer Bootstour durch die flache Lagune, das Dorf und die Brutstätte der Fregatten-Vögeln teilnehmen. Nur schon der Besuch des lokalen «Supermarktes» zeigte die sehr bescheidenen Lebensumstände der Bewohner Barbudas. Bei der Fregatten-Kolonie: Unbeschreiblich das Gewirr in Luft und auf den flachen grösstenteils von 2017-er Hurricane zerstörten Mangroven – welche nun nach 18Mtn langsam nachwachsen. Elegant segelten oder schwebten die Vögel nur wenige Meter über unsere Köpfe und wir konnten uns mit dem Boot und dem kundigen Führer bis auf wenige Meter herantasten, zuletzt staunend inmitten dieser Flugshow – der Geruch war nebensächlich. Diese doch recht grossen, gelenkigen Akrobaten der Lüfte ernähren sich ausschliesslich von fliegenden Fischen, welche sie in der Luft und nicht im Wasser erjagen! Anschliessend gabs direkt in der riesen Lagune vor unseren Augen aus dem Käfig (Reusse) gefangene Lobster – für jedes Schiff 2-3 Stück.. Das war ein rechtes Gezappel und Gezucke auf dem Boden des flachen Fiberglass-Bootes und dennoch ein Höhepunkt v.a. für die Kinder. Wir sind nun (neben selbstgefangenen Fischen) auch routiniert im Zubereiten von Lobster, welche wir NICHT lebend ins kochende Wasser geben.

Der Lebensrhythmus der Insulaner ist ein anderer. Hurricane suchen die Inseln immer wieder heim. Auch wir sehen hier wie schon geschildert in Dominica die bizarren Rückstände eines solchen Wirbelsturmes von 2017. Ein Riesencontainer wurde zig hundert Meter weit durch die Luft gewirbelt und inmitten der Lagune abgesetzt und rostet nun im flache Wasser liegend vor sich hin. Häuser ohne Dächer, Fischerboote meterweit an Land gespült. Erste Hilfe wurde von UNO, Japan und Amerika geleistet, aber die Leute sind immer noch sehr arm, Häuser immer noch ohne Dächer– Antigua ist die wohlhabendere Insel, der Tourismus ist dort. Barbuda will seine Landreserven nicht verkaufen. Das Land gehört der Gemeinschaft. Die 2 Resorts der Luxusklasse sind im Wiederaufbau begriffen. Unser Führer meinte: wir leben hier, der Hurricane kommt immer mal wieder, wir gehen in die Höhlen oder in die grossen Stein/Betonhäuser, der Sturm kommt, manchmal 2x (wenn das Auge über die Insel geht, wie 2017) und dann kommen wir raus, schauen, lächeln (so sagt er es!) und helfen uns gegenseitig bei Aufräumen und beim Wiederaufbau.

Wir verlassen nun Antigua & Barbuda. St. Barth (Frankreich), St. Martin (Frankreich und Holland), Brittish Vergin Islands (BVI) und US-Virgin Islands (USVI) werden die nächsten Destinationen sein.

23. Februar 2019

Von Martinique über Dominica nach Guadeloupe Jan/Feb 2019

Dominica wurde 2017 im September von Maria mit 200 Meilen/h Windgeschwindigkeit und 4-5 h Dauerregenflut heimgesucht. Weit über 50% aller Dächer wurden zerstört und weggefegt. Praktisch alle Brücken des Landes wurden weg- oder unterspült und sind unpassierbar geworden. Sämtliche Häuser in Strandnähe wurden von der Wellenflut getroffen. Der Regenwald, die Palmen-, Kaffee-, Bananen- und Vanilleplantagen wurden ausserordentlich geschädigt. Aktuell ist es für uns fast nicht mehr vor- und auch praktisch nicht feststellbar, was da alles passiert ist. Einzig das dichte Laubdach des Regenwaldes ist nicht mehr erkennbar und alles von Schlingpflanzen und Winden komplett bedeckt, sodass einige Pflanzen und Baumarten zu «ersticken» drohen. Was das für die ohnehin schon eher arme Bevölkerung in diesem vom Massen und Strand-Tourismus «verschonten» Land bedeutet, ist für uns vom Schiff aus und nach den drei Landausflügen nicht abzuschätzen. Vieles schaut zerfallen, unfertig, ungepflegt aus aber in diesem feuchten Regen-, Salzwasser- und Sonnenstrahlen-Klima zerfällt, verfault und verrostet alles wirklich innert kürzester Zeit und wird sofort überwuchert – auch im Wasser und am Strand. Insofern können wir nach 18Mtn das Ausmass der Zerstörung und das Inferno während des Hurricanes v.a. aufgrund der Schilderungen der Guides und der wenigen hier wohnenden Expats (u.a. einer Schweizerin von Ibach, Sz) nachvollziehen.

Ohne Mietauto bzw. Taxis/Bus-Ausflug ins Landesinnere erlebt man die Inseln gar nicht so richtig. Das Leben auf dem Meer und am Strand bzw. in den Marinas ist sehr selektiv und gibt kulturell wenig her. Die Herausforderung besteht für uns, einen sicheren Platz für das Schiff zu finden (sicher wegen Wind, Wellen, Anker-Ausreissen und Einbruch/Diebstahl), um dann irgendwie mit Taxis, Auto, ein wenig vom Festland zu sehen. Um 18‘30h ist es wirklich rabenschwarze Nacht und es ist schon vorgekommen, dass wir mit dem Dinghi herumgekurvt sind und unser Schiff gesucht haben, weil es schwierig ist, in der Dunkelheit die Schiffe voneinander zu unterscheiden, die da alle vor Anker liegen.

Es geht uns sehr gut, wir geniessen alles, v.a. auch, wenn’s mal locker ist weil: es ist eigentlich viel «strenger» als gedacht und das Schlafbedürfnis ist erstaunlich hoch, wenn man den ganzen Tag Wind und Sonne geniessen darf, wohl auch weil des nachts mehr als einmal Teile der Systeme abgecheckt werden (s.u.) Ein Skipper-Kollege, auch mit Familie unterwegs wie wir, Ex-CEO grossen Beratungsfirmen sagte mir vor einigen Wochen: ich habe mehr Stress als noch bei der Arbeit, ich kann mich auf nichts verlassen, muss alles selber machen und aufwändig organisieren und andauernd geht was kaputt. Ok er hat ein neues Schiff und eine Mängel- und Schadenliste, dass es die Kopfhaare einrollt…. Ein Defekt bedeutet gelegentlich 1-3 Tage Fahrt zu einer passenden Werft mit Kran oder Trockendock, dann 2-3 Wochen Reparatur bzw. Wartezeit auf Ersatzteile etc. Kürzlich stellte ich fest: meine To-Do-Liste war noch nie so klein und 1h später hat die Meerwasserentsalzungsanlage ihre Produktion ohne Rücksprache um 50% reduziert. Die Sucherei im Internet und die Mailerei ging wieder los – allerdings erst nachdem ich rund 90min benötigte, um eine verlässliche WIFI-Quelle anzuzapfen und mit Paypal zu bezahlen. Nach Mails und Fotoaustausch mit dem Hersteller stellte sich heraus, dass wegen falscher Legierung der Druckkolben massiv korrodiert war und der Filterdruck von 50bar deswegen nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Zuvor musste ich jedoch die ganze Steuereinheit ausbauen, Hochdruck-Schlauchverbindungen lösen und das Druckregelventil zerlegen, um an den Kolben heranzukommen. Das Problem war zwar bekannt aber der Hersteller wusste nicht, beim wem die falschen Kolbenlegierungen eingebaut wurden. Es dauerte dann 14 Tage bis die Ersatzteile eingetroffen waren und nochmals einen Tag mit telefonieren, koordinieren und abholen in Guadeloupe bis die Teile am Zoll vorbei geschleust waren und auf LaDiala zum Einbau bereit lagen. Nach 1h war alles eingebaut und der Wassermacher sprudelte wieder wie am ersten Tag- besser noch sogar, weil die Kolbenform optimiert wurde und damit der Druckaufbau noch besser gelang.

Ich werde öfters per Mail gefragt wie der Alltag so sei auch mit/wegen den Kindern, Das Geschilderte ist auch ein Teil vom Yachtie-Leben. Es gibt viel ‚in betweens‘ und die einsamen Sandstrände existieren definitiv eher in der abgelegenen Südsee und dann ist es toll, wenn alles funktioniert.

Der Segler ist ein Vollzeit-Beobachter: Meteo, Wellen, Strömung, Wassertiefe, Ankergrund, stabile Ankerposition, alle technischen und elektronischen Systeme, VHF-Funk abhören, Segel, Mast, Schoten, Fallen Schäkel, Taue und Rumpf innen und aussen (wegen Lecks und Algenwachstum bzw Leinen in der Schraube) und ein Allzeit-Reparierer und Organisierer. Crew/Family haben auch noch ihre spontanen und überraschenden Schwankungen, Defekte, Lecks, was alles sehr abwechslungsreich, spannend und gelegentlich – wie sonstwo auch – mühsam macht. Interessant sind beispielsweise die Bodenbretter, unter welchen wir diverse Sachen verstauen können – von Werkzeugen, Ersatzteilen, Lebensmittel bis zu Schuhen und Kleidern. Wenn dann mal was auf den Boden fällt und ausläuft inkl. Kinder, dann fliesst alles der Schwerkraft nach unter diese Bodenbretter, verteilt sich, wie das Flüssigkeiten so an sich haben und sammelt sich am Ende irgendwo in der Bilge oder in Kartonpackungen, Plastikschachteln ohne Deckel und sonstigen saugfähigen Materialen. Zum «Beobachten» einige Beispiele aus Guadeloupe:

Nach einem der seltenen Marina-Aufenthalte mussten wir ein nicht ganz konventionelles Ablegemanöver fahren und dabei auch noch eine Festmach-Boje zwischen den Rümpfen vom Heck zum Bug durchziehen lassen bei 20kn Wind leicht seitlich. Alles schon gemacht, eigentlich Routine aber wir haben NICHT beachtet (beobachtet), dass unten an der Boje ein dickes 3m-Tau frei im Wasser schwebte, welches dann rasch von unserer Schraube aufgewickelt wurde, den Motor abwürgte und wir bei den besagten 20kn Wind an diesem Tau hängten. Wir haben ein wenig versucht daran zu ziehen und es tauchend abzuwickeln aber da war nix zu machen – viel zu viel Winddruck. Schon nach gefühlten 7minuten kam ein Taucharbeitsboot mit 3 Männer, davon einer schon im Vollanzug und springt rein. Kurzer Check, sie nehmen uns an eine Schleppleine, ziehen gegen den Wind um das Bojen-Seil zu entlasten und nach weiteren knapp 10min waren wir frei. «Bonne Route», kostet nichts und ein nettes Winken war alles. Normalerweise legt man dafür 150-300Euro hin und wartet 1-3h. Als wir uns mit 2 Flaschen Wein mitten im Hafen bedankten, habe sie sich sichtlich gefreut. Wir uns auch.

Wir segeln so vor uns hin von Illes des Saints nach Pointe-à-Pitre (Guadeloupe) als uns plötzlich ein initial unkonventioneller aber glasklar verständlicher VHF-PANPAN-Notruf aus den Tag-Träumereien reist. Die Stimme war sehr klar, sodass das Signal im Umkreis von einigen Seemeilen gesendet werden musste. Ein Katamaran Nomen-est-omen: «NoPlan-JustOptions» hat knapp 400m von der Legerwall-Küste (= auflandiger Wind von 18-25kn Stärkte und 1,5-2m Wellen) beide Ruderblätter verloren und bittet die französische Coastguard um Hilfe. Nun ist der Verlust der Ruderblätter beim Katamaran zwar auch nicht grad gut aber mit den beiden Maschinen kann man sich ähnlich einem Raupenfahrzeug ohne Segeln unter Maschinenfahrt recht gut auf Kurs halten, wenn die Motoren nicht überhitzen bzw. schlapp machen und nicht Sturmwinde herrschen. Die Küstenwache wollte nicht so recht helfen (die hatten in 7sm Entfernung in Point-a-Pitre sicher 5 oder 6 Boote am Steg von klein bis recht gross…..) und hat einfach den PANPAN-Notruf mit der leistungsfähigeren Küstenfunktstation ausgelöst und alle Boote in der Nähe um Hilfe angerufen. Wir waren nur 2.4sm entfernt und haben uns dann eingeklinkt, sind hingefahren und haben die Schleppleinen zu allfälligen Übergabe bereitgelegt aber natürlich nicht gebraucht. NoPlan-JustOptions hat auf eigenem Kiel und lediglich mit standby bzw. unserer moralischen Hilfe in den schützenden Hafen gefunden. Interessant aus seefahrtsrechtlicher Sicht wäre die Situation geworden, wenn wir unsere Leine zum Schleppen übergeben hätten. Da wäre grundsätzlich eine fette Entschädigung zur Debatte gestanden. Irgendwie witzig hat sich der Funkverkehr angehört:
NoPlans-JustOptions NoPlans-JustOptions this is LaDialaLaDiala, we are right 1.2nm behind you, catching up with 8kn, do you notice leakage or water in the engine compartment? over

LaDialaLadiala this ist NoPlans-JustOptions NoPlans-JustOptions: we don’t know, our bilge pumps don’t work, over.

Soviel zu NoPlans-Just Options.

Maxim ist ein sehr aufmerksamer Beobachter und findet allerhand am Boden, am Strand, im Sand und auch beim Schnorchel-Tauchen. Kürzlich auf der Toilette hat er auch was entdeckt und schreit was von «Würmli». Um es kurz zu machen: die ganze Familie macht nun eine Wurmkur gegen die Oxyuren, alles wird 60-90Grad gewaschen, was auf dem vor Anker liegenden Schiff v.a. mit der Bettwäsche und Molton ein Unterfangen der logistischen Extraklasse ist (Waschsalon suchen an Land, alles dann böen-sicher aufhängen (hier grad seit 3d 20-30Kn Fallböen) und das über mehrere Tage bis dann wirklich alle Wurmeier erledigt sein sollten. Das Organisieren der Medikamente und der Desinfektionsmittel war in unserem Falle als Ärzte mit CH-Berufsausweis (ohne geht gar nichts!) erstaunlich einfach und konnte nach rund 3h erledigt werden. Kommt also in den Besten Familien vor der Oxyur bzw. die Enterobiasis.

Alltag im Sinne von Routine gibts fast nicht aber dafür alles immer bei Sonne, heftig-kurzen Regenschauer (die auch ins Schiff regnen wenn’s irgendwo einen Spalt geöffnet ist), Wärme, Strand, Strandbar und Reggae, zwischendurch Fisch am Hacken und Schnorchelparadies und immer wunderbare Sonnenuntergänge. Der übliche Kinder- und Haushaltskram gibts auch noch aber der lässt sich unter prächtiger Sonne erledigen – dauert einfach alles fast doppelt so lange. Der Tag hat irgendwie auch hier immer nur 24h.

Die Zeit, die wir mit den Kindern verbringen dürfen ist – wie «zu Hause» auch – nicht immer nur wunderbar aber es ist grandios, ihnen so nahe zu sein, jeden Fortschritt zu begleiten und daran teilzunehmen. Auch wenn der ganze Technik-Schnickschnack am Schiff mühsam sein kann, so ist es doch eine rechte und interessante Herausforderung, alles zu verstehen und wenn’s geht auch selber zur reparieren oder zumindest zu wissen, wie bzw. wer das Problem beheben kann und dabei zuzuschauen und zu lernen.

Nun sind wir also seit knapp 10d auf Guadeloupe, und haben auch hier Landausflüge gemacht mit dem Highlight einer Treckingtour zu einem Wasserfall mit Badebecken. Dabei mussten wir 11x den Fluss (Bach) mithilfe von gespannten Seilen überqueren und alles im Regenwald bei nicht zu knapp Schlamm. Maxim hat die je 40min hin und zurück selber bewältig und Mara immerhin den Hinweg auf ihren kleinen Füssen und den kurzen Beinen. Der Dreck war die Extrazugabe. Der Dinghy-Motor hat seine Kühlung wieder eingestellt und wir haben einen leichten 5PS Motor gekauft, welcher als Reserve dient und v.a. ohne Lift-Konstruktion montiert/demontiert werden kann ( der 15ps Motor ist knapp 50kg schwer). Die Reparatur gestaltet sich auch in Antigua, unserer nächsten Destination, offensichtlich, nicht ganz einfach: es sei ein europäisches Modell, da würde es auf dem US-Mark keine Ersatzteile geben, wir sollten sie selber in Europa bestellen. Wir werden sehen. Noch liegen wir vor Illes des Pigeon, einem Naturreservat an der Westküste von Guadeloupe «welt»berühmt ( so die Franzosen) aus den Tauchfilmen von Cousteau und ein grossartiges Schnorchel- und Tauchparadies: es hat so viele Menschen hier tagsüber, dass die wirklich sehr zahlreichen Fische sich daran gewohnt haben und praktisch in Armlänge an uns vorbeischwimmen. Ich war mit einem anderen CH-Segler auf einem Tauchgang mit dem Dinghy und unserer eigenen Ausrüstung und wir entdeckten mit den Kindern schnorchelnd die Unterwasserwelt.

8. Februar 2019

Photos „best of“ Oktober 2018 bis Februar 2019

St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines
St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines

St.Vincent/Grenadines
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia Pitons
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
St.Lucia
Transat-Crew in St Lucia
Ankunft St.Lucia
Land in Sicht
Erste Landboten
Mahemahe
Mahemahe
14Knoten
Sargasso-Gras
Atlantik
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Cap Verde
Parasailor
Start in GranCanaria
Sturmvock

30. Januar 2019

Martinique Januar 2019

Unsere LaDiala schaukelt gemütlich vor Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, Frankreich.

Seit 2 Wochen geniessen wir Baguettes, Croissants und europäische Zivilisation. Eine handvoll Seemeilen liegen zwischen St. Lucia und Martinique, aber der Unterschied könnte grösser nicht sein. Obwohl historisch gesehen vor allem Frankreich und England diese Inseln (kleine Antillen) immer wieder „abtauschten“ und vieles ähnlich ist, gibt es Unterschiede. Beispielsweise: St. Lucia hat Linksverkehr, Martinique Rechtsverkehr. St. Lucia Eastern Caribbean Dollar (oder USD) Martinique Euro. St. Lucia Reagge Martinique irgendeinfranzösischeschansongeheul….ich war schon ein bisschen traurig darüber. Aber dann drangen die Seelen der Einheimischen durch und bekannte Alltagslieder und Popsongs wurden reggaeifiziert. Das tönt lustig. Maritinique ist Frankreich light. Es weht die französische Flagge beim Ministerium und es gibt pompöse Bauten für die Administration. Viele europäische Franzosen sind hier übergesiedelt und geniessen das kreolisch angehauchte Leben. Ich kann das gut verstehen. Hätten wir Suisse-Polynesie oder sowas, ich wäre dort.

St. Anne, ein kleines nettes Dörfli ganz im Süden von Martinique war unser erster Ankerort auf Martinique. Man könnte sagen Ankercity. So ein riesiges Ankerfeld mit zig Yachten drin hab ich noch nie erlebt. Man hätte fast schon Strassen und Nummern verteilen können. Es lebte sich aber sehr gut da. Das Dinghi-Dock war gross und man fühlte sich willkommen in St.Anne. es gab kleine Lebensmittelläden, eine Bäckerei, einen lokalen Markt und ab und zu je nach Fang einen Fischmarkt. Die Kirche mit Holzdachkonstruktion war komplett voll am Sonntag. Es wurde im Seitenschiff sogar draussen Stühle aufgestellt auf beiden Seiten. Der Gottesdienst war dann aber sehr kontinental-französisch geprägt mit einem Priester der vom Dialekt her in Afrika anzusiedeln war – wie in der Schweiz gelegentlich.

Freudig erwarteten wir den Besuch meiner Mutter Brigitta. Sie wollte sich vor Ort überzeugen, ob wir den Atlantik überquert haben….Maxim und Mara wichen nicht mehr von ihrer Seite – die Freude war so gross.

Wir genossen einen zweitägigen Ausflug ins Landesinnere. Der Botanische Garten in Balata war wie auf St. Lucia und St. Vincent ein Highlight. In der Auberge de la Montagne Pelée ( feucht nebliges Klima auf einem windexponierten Sattel, zwischen West und Ost auf ca. 600müM gelegen) fanden wir ein Stück Bergfrieden zum Übernachten. Wir genossen es alle, weit weg vom Meer zu sein, im tiefen Grün zu versinken und den Bergen bzw. den vulkanischen Erhebungen nah zu sein. Der vulkanische Mt.Pelée explodierte vor ca. 150J mit unvorstellbarer Gewalt in einer seitlichen Explosion wobei die ganze Kuppe seitlich weggerissen wurde. Die Druckwelle und die infernale Hitze haben ein ganzes Tal inklusive das Dorf St-Pierre vollständig ausgelöscht und buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Auf den Fotos im nahen Museum sah alles aus wie von Walzen planiert. Es gab ein (1!) Überlebender im ganzes Tal: ein Gefangener wurde aus dem tief gelegenen, schwer ummauerten Verliess nach 3 oder 4 Tagen mit ausgedehnten Verbrennungen ausgegraben, hat überlebt und wurde in der Folge dann bis in die USA als Sensation herumgereicht. Eine fair-trade Bananenplantage-Besichtigung und natürlich die Rum-Destillerie Clement durften nicht fehlen.

Auch bei uns wurde die Zeit reif so ein trendiges SUP zu kaufen…wir lieben es. In den Sonnenuntergang zu paddeln hat schon was.

Die Zeit wurde aber auch reif Mark eine Pause von Schiff & Crew zu gönnen. Wir luden ihn kurzerhand für drei Tage in einem Strandhotel ab. Das tat uns allen gut und Mark konnte nebenbei in Ruhe diversen Bürokram zum Jahresende auch für die CH erledigen bei halbwegs stabilen WiFi.

Von St.Anne nach Anse d’Arlet (2 Stunden Fahrt) genossen wir endlich wieder mal unseren Parasailor. Zwischen Roche du Diamant und Festland hindurch zurauschen war toll. Wir verliebten uns alle in die kleine Bucht von Anse d’Arlet. Beim Ankerplatz suchen verwechselte ich eine auftauchende Schildkröte mit einer Fischer-Boje. Pelikane begrüssten uns im Tiefflug und die Unterwasserschnorchelwelt war wie schwimmen und tauchen im Aquarium. Fische aller Art und sogar Squids und Wasserschlangen warteten auf uns. Geschweige denn die vielen Schildkröten. Die grasten in Seelenruhe am Meeresgrund und streckten ab und zu ihr kleines Köpfli über Wasser.

Darauf folgte nach einem weiteren kurzen Schlag die Bucht von Fort-de-France, die Hauptstadt der Insel, wo wir gleich beim Stadtquai und Stadtpark den Anker setzten. Nani verliess uns für den langen Heimflug. Wir haben auch wieder andere Freunde aus der CH bzw. Schweden mit ihren Yachten getroffen, welche wir in Griechenland bzw. auf den Kanaren kennengelernt haben.

Wieder einmal so nahe an einer pulsierenden Stadt zu sein, das gefällt mir. Man könnte meinen dass wir hier gar nicht mehr weg wollen…Wir warten nun auf Ersatz/Neuteile für Wassermacher/Code-0-Furler/automatisches Häcksler-WC (Motor mit «Macerator» gegen das mühsame, regelmässige Verstopfen des Ablaufrohres der Holdingtanks, wir ersparen euch technische und sonstige Details dazu) und fahren heute 28.1.mit Motor gegen Wind, Strom und Wellen zurück in die Bucht von LeMarin und St.Anne zu den Chandleries and Shipsyards. Dort treffen wir wieder Familien, welche wir seit der Atlantiküberquerung kennen und feiern einen weiteren Kindergeburtstag.

Wenn alles rund läuft, dürften wir in einer Woche auf Dominica sein. Eines der Hurrikan Opferinseln von 2017.

14. Januar 2019

Grenadinen

Grenadinen

Wir verbrachten also die Festtage in der Reiseprospekt-Inselwelt der Grenadinen: Strände, Strandbars, einige wenige Resorts und sehr-sehr viele Charter-Segelboote und auch sehr viele Privatyachten – zunehmend ab Neujahr. Zwischen den vor Anker liegenden Yachten kurvten die sogen. Boatboys mit ihren Aussebordmotoren-Dinghis herum und bo(o)ten ihre Dienste an: Fische, Lobster, Gemüse, Früchte, Brot. In der Nähe von den grösseren Ortschaften (Dörfer mit Behörden, Anlegestellen, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten und Strassen) wurden auch Taxisfahrten zu Wasser und zu Lande, Wäscheservice, Diesel, Wasser, Eis feilgeboten. Auch Tauchcentren und Kite-Surfing gibt’s an allen passenden Spots. So verbringt dann der «Segler» Stunden, Tage, Wochen mit Schnorcheln, Tauchen, Kiten, Rump-Punch/Sundownertrinken, Essen, Lobster. Ribs & Chicken-Beach-BBQ etc. V.a. die vielen Wasserschildkröten zwischen den ankernden Schiffen sind bemerkenswert.

Es gibt in den Ankerbuchten immer wieder mal einen spannenden Zwischenfall zu beobachten: am Strand wird ein Dinghi von den Wellen losgerissen und abgetrieben, mit Wasser gefüllt (von den brechenden Wellen) oder gar umgedreht (mit und ohne Crew drin, meist nachts weil dann alle vom Rum etwas «mutiger» sind), ein Seil oder eine Fischerleine kommt in die Schraube, die Yacht treibt ab weil der Anker nicht hält, die Crew schreit sich an weil auch beim 5- Ankermanöver der Anker nicht am Grund fasst oder der Neuankömmling des Nachbarn Anker-Kette fasst oder in dessen Schiff hineintreibt. Auch den Riss einer neuen Ankerkette habe ich live beobachtet und beim Suchen und Bergen des Ankergeschirr mitgeholfen.
Wir haben sowohl das Dinghi 20cm mit Wasser gefüllt als auch nachts um 23h aufwachend wegen lärmenden Anchor-Watch-Alarm-App bei lediglich 15kn Wind verwirrt festgestellt, dass wir nicht mehr wussten, wo wir sind, bzw. dass unser Schiff weggetrieben ist mit ca 2kn Treibfahrt zwischen 6 anderen eng ankernden Schiffen hindurch ohne Kollision und ohne auf ein nahes Riff zu treiben. Bis der Motor gestartet war und wir uns in absolut schwarzer Nacht orientieren konnten vergingen einige wenige aber unangenehme Minuten. Das Hochfahren des Kartenplotters bzw. von Navionics auf dem I-Pad dauert dann auch immer erstaunlich lange. Nachbemerkung: wir haben dummerweise an der abfallenden Halde auf 3m geankert mit 14-15m Kette und sind mit 1800RPM (2 Motoren) eingedampft und der Anker hat gehalten. Aber nach 6h bei kleinsten 15Kn Lüftchen hat es dann gereicht: der Anker ist an der abfallenden Halde abgeglitten, der Grund war auf 17m und wir sind bei frei-hängendem Anker flott davongetrieben….
Wir haben Fische gekauft, wieder eine 1m grosse Goldmakrele (MahiMahi) gefangen und einen Lobster selber mit der Speargun erjagt, zubereitet und verspeist. Maxim taucht mit Brille/Schnorchel begeistert herum, nun auch an den strandnahem Korallentürmen und kleinen Riffen. Wir waren fast immer mit anderen Familien unterwegs, welche mit in unserer 70-Boot-Gruppe (ARC, Atlantik Rally for Cruisers) die Atlantiküberquerung gemacht haben. Es gibt eine What’s up Gruppe und so kommunizieren die Familien ihre Routen und Aufenthaltsorte. Zudem kriegen wir so immer sehr aktuelle und extrem hilfreiche Tipps zu vielen Belangen des Reisens (Ein-Ausklarieren, Einkaufsmöglichkeiten, Preise, wichtige Telefonnummern und Kontaktpersonen, Landgänge, Ankergrund, Strömung, Wassertiefe, Schnorchelmöglichkeiten, Strandbars, und vieles mehr)

Den defekten Aussenbordmotor haben wir tatsächlich wieder repariert erhalten nachdem wir von den Grenadinen zurückgekehrt waren auf St.Lucia in die Marigot Bay. Beim Plaudern mit dem Mechaniker wurden wir quasi aus erster Hand informiert, dass der Zucker für den mit stolz präsentierten lokalen St-Lucia Rum doch tatsächlich 2x/Jahr in Form von Melasse mittels Tankschiff aus Russland angeliefert werde (sic! auch auf ungläubige Nachfrage). Wenn das stimmt dann wird das kaum Melasse aus Zuckerrohr (Sugar cane) sein sondern eher aus Zuckerrüben……

Die Ueberfahrt von St.Vincent nach St.Lucia war ruppig, geprägt von steifen Winden um 22kn bis 34kn in Regenböen (sogenannte Squalls) bei einem Windeinfallswinkel von 70-90° (True) und 45-60 (App) mit entsprechenden kürzeren Windwellen aufgesetzt auf die längere Atlantikdünung. Wir konnten den Kurs am Wind halten mussten aber immer wieder reffen. Es regnete fast dauerhaft und teilweise extrem heftig. Der Lazybag zerriss an mehreren Stellen wegen Fehler in der Leinenführung der Reffleinen und es zeigte sich definitiv, dass die von Fontaine-Pajot installierten 14mm Taue ALLE zu dick sind und zu wenig gut durch die Rollen/Blöcke und Deckstopper gleiten). Weswegen diese 14mm Leinen nun hier in Martinique gegen Dynema-Leinen von 12mm Durchmesser ausgetauscht werden. Das haben wir auch beim 14mm Grossfall und beim 14mm Gross-Schot schon gemacht (so wie alle anderen Helia-Besitzer, die wir kennen……). Da kommen dann an die 200m Leine zusammen.

Wir sind nun also im Süden von Martinique angekommen: St. Anne und Le Marin, heissen die Ortschaften in der riesigen Bucht, welche gut geschützt ist und wo hunderte, wenn nicht gar tausend Segelyachten vor Anker liegen!!! Unbeschreiblich. Nicht mehr so die ruhige Palmen-Sandstrand-Bucht aber Segelschiffe ohne Ende. Gute Infrastruktur. Creolisches Lebensgefühl aber deutlich frankophil-europäisch. Praktisch alle Fachleute sind «Eurasier», also weiss bzw. «Franzosen». Auch die Baguette und das Croissant bzw. die Brioche gibt’s nun wieder in bekannter Qualität – gleich am Dinghi-Dock in St.Anne. Und in der riesig-grossen Marina von Le Marin findet der Segler alle Fachleute und diverse Shops. Wir werden hier 2-3 Wochen bleiben, die Insel bereisen, Reparaturen und Optimierungen am Schiff durchführen und die Nani (Grossmutter) kommt uns für 2 Wochen zu grosser Freude aller besuchen. Heute Sonntag waren wir in der Messe und mussten gleich noch mitten während des Gottesdienstes in der übervollen Kirche eine kollabierte und bewusstlose alte Dame betreuen bis zum Eintreffen der Pompiers und auf Französisch per Telefon mit der Ärztin parlieren bis dann endlich die Pompiers bzw. die Ambulanz losgeschickt wurde. Englisch ist auch hier nicht extrem angesagt – ähnlich wie im Französischen – es ist sehr frankophon-frankophil, so wie es sich gehört für die Länder der Grande Nation.

Wie geht’s weiter: einige Reparaturen, Einkauf von Lebensmittel und «Haushaltwaren», Einkauf von Schiffsunterhalt-Waren. Entdecken des Insel-Inneren Martinique mit Mietauto zusammen mit Nani. Wir planen ca 3-4 Wochen auf Martinique zu verbringen, meist im Westen an der geschützten Küste und im Landesinneren. Dann segeln wie weiter nach Dominica ( nicht zu verwechseln mit Dom. Rep.) und Guadeloupe.