SY Ladiala

Mljet 15.5.2018

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Jetzt mal was für die Galerie: ich sitz top-roof in der Sonne bei 10-15Kt Wind, WSW von 90°, Kurs Mljet bei 6.5-8kn Fahrt, rauche eine Zigarre und geniesse die Wärme. Es geht alles bestens. Wir waren auf Korcula beim Ort selber 3 Nächte vor Anker in einer malerischen Bucht wie irgendwo im Tessin z.Bsp. Ascona oder eben am Mittelmeer, umgeben von Hügel/Felsen und haben unsere Batterien aufgeladen (Michele und ich und whs. auch die Kids im Sinne Ferien/Tourismus/Sight-seeing) bzw. das Bordnetz mal richtig belastet ( = Batterien belastet ohne entladen, Benzingenerator und Solarzellen sowie Windgenerator richtig getestet und gebraucht). Wieder mal Velo fahren und Glace/Espresso genissen später Negroni an der Uferpromenade dieses wunderschönen Städtchens.

Zuvor haben wir nicht minder schön auf der Überfahrt von Hvar nach Korcula in einer einsamen Bucht genächtigt. Abends habe ich dort 3 Fische gefangen. Der erste hat mich mit seinen Kiemenstacheln durch Handschuhe heftig brennend in den Finger gestochen bevor ich ihn dann mit der Rohrzange ruhiggestellt habe. Der 2., kurz danach gefangen, hatte keine Chance und war sofort ruhig und der 3. wirklich derart schön, dass Maxim und ich ihn wieder freigelassen und gleichzeitig realisiert haben, dass der 2. Fang viel zu klein war für den Aufwand beim Kochen (30cm) – Mövenfutter. Damit gabs einen Fisch aus dem Ofen mit eigenen Kräutern vom Schiffskräutertopf mit Olivenöl «Madonnina» von Tante/Onkel aus der Toscana. Zugegeben, auch der geschmorte Fisch reichte nicht aus gegen den Hunger (35cm – der Fisch). In Kurcula dann bin ich beim Fischerei-Shop vorbeigegangen und haben mich beraten lassen zu den «besten» Kunst-Ködern für die Region – whs habe ich die falschen und teuersten gekauft. Maxim lernt nun mit Fischerrute/Köder und mit Handfischerei/Zapfen die Selbstversorgung – wir müssen noch substituieren. Täglich macht Michèle seit anfangs April mit den Kindern 30-60min English-Class– dazu haben wir diverse Tools auf IPad, ITunes, CD oder DVD. Die Kinder sind sehr motiviert. Hoch im Kurs ist auch die Kinderversion von Mozarts Zauberflöte mit begleitendem Bilderbuch: andächtig lauschen sie der Töne, dem Text und immer wieder wird das Buch mit und ohne Musik angeschaut. Täglich werden von Maxim und Mara auch überall Seile – Taue in der Seglersprache – gespannt und verknotet bzw. jeder freie Hacken und Karabiner/Schäckel dazu verwertet. Daraus resultiert ein ärgerliches Dauerstolpern. Mit unserem Bord-WIFI/Router/Firewall und der 4G Antenne mit «Roamfree»-SIM-Card aus GB/England (werden wir dann sehen) haben wir nun auch keine Probleme mehr – nun bleibt noch das SatTel Iridium-Extrem zu installieren und ins System zu integrieren und dann v.a. die Kosten sehr genau im Auge zu behalten, weil: das kann ins Auge gehen. Ein Freund hat in 4-5 Wochen mit Iridium vor 1 Jahr sage und schreibe fast 14K US$ «verbraucht ohne Firewall – von ihm haben wir den Tipp…. Danke vielmals!
In Kurcula vor Anker sind wir von einem Hagelzug morgens um 6’30h aus dem Bett geklopft worden. Die Windböen waren moderat – der Anker hat gehalten, wir mussten ihn heute unter Fahrt ausbrechen – aber die Hagel-«Körner» waren 2,5cm gross (gemessen nicht geschätzt!). Das schaut aus und hört sich an wie wenn jemand Steine auf’s Boot und ins Wasser wirft….. Derweil blitzte und donnerte es krachend praktisch neben dem Schiff. Ich stand kurz draussen im Nassen und habe die Motoren sicherheitshalber angeworfen und stellte mir vor, wie ich gegrillt werde. Die Kinder sassen vom Lärm geweckt auf ihren Betten der Bug-Kabine und schauten zum Fenster raus mit ihrem Ohrschutz aufgesetzt (sie nicht wir) und waren im eigentlich unbeeindruckt. Nach 10min war der Spuck vorbei und wir alle richtig wach.

Nun, 6h später, sind wir in einer stillen Bucht auf Mljet an einer Boje, die in der Saison 200-300Kuna (18-25CHFr.) kostet pro Nacht, whs wird das für uns noch kostenlos sein, da sich niemand hier für uns interessiert in der Vorsaison. Bei Sonne haben die Kinder und ich eine kleine Pirateninsel entdeckt, sind über scharfkantige Felsen geklettert und haben uns das Piratenleben vorgestellt. Dann sind wir 10min (!) fischen gegangen vom Schlauboot aus («er» heisst Drambuie oder Dreamboy je nach Lesart bzw. Sicht von backbord oder steuerbord). Dann hatte Mara verständlicherweise genug davon. Die Kinder sind nun im Bett. Es ist Elternabend mit Essen ohne Kinder. Es gibt Ofengemüse (schlechte Idee, dauert im unisolierten Gasofen ewig – deswegen habe ich auch Zeit um zu plaudern, 3. Glas Aperol) und Hamburger/Hacktäschli/Frikadellen/Cevapcici – diesmal mit Paniermehl; letztes Mal mit Gries, da ich’s nicht unterscheiden konnte und immer noch kein Kroatisch lesen kann. Rahm kaufte ich irrtümlich immer gesüsst und Butter wird oft zu Margarine.

Merklich kühler. regnet es nun heute Abend seit 3h und von den steilen Hängen fallen die Böen in die Bucht, rütteln an der Takelage, LaDiala schwojt 100° am Hanepot und der Windgenerator summt oder heult je nach Windstärke und ist erstaunlich ineffizient (für Laien wie ich) in der Stromproduktion. Morgen ist ab Nachmittag wieder Sonne bei Südwind angesagt – auch hier benutzen wir u.a. Windfinder/Windfinder-Pro.