SY Ladiala

Albanien; Durres, Orikum, Porto Palermos

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Montenegro hat wunderschöne Buchten. Nach Kotor fiel unser Anker in der Bucht Uvala Jaz, neben dem kleinen feinen Städtchen Budva. Trotz dem Haifisch der da ganz nah an den Strand kam, die Kids nahmens entspannt und bauten ihre Burgen weiter….Die Bucht hatte noch viel mehr zu bieten! Ein Parasailor-Boot. Das war meine grosse Gelegenheit. Unser Sonntagsausflug war dann quasi ein Flugamschirmvombootgezogenwerdeninhundertfünfzigmeterhöherundumbudva. Ein Erlebnis das definitiv auf die Liste von «1001 Abenteuer, die man erlebt haben sollte, bevor das Leben vorbei ist» gehört.

Nach zwei Nächten ganz alleine vor Anker zogen wir weiter an der bekannten Luxus-Insel Sveti Stefani (Sofia Loren residierte u.a. hier) vorbei zu der Pistolenkrebsbucht. Relativ schnell bekam sie diesen Namen von uns. Denn kurz nach Eindunkeln begann das leise unheimliche Knacken und Knistern rund um den Rumpf. Zum Glück hatte ich einige Tage zuvor in einem Revierführer gelesen, dass es im Mittelmeer Pistolenkrebse oder auch Knallkrebse gibt. Habe nur gelacht und es lustig gefunden, aber nie gedacht, dass ich in den Genuss dieser kleinen lauten Tiere komme. Die kleinen Tierchen haben eine grosse muskuläre Schere, mit der sie nicht schneiden , sondern schiessen. Der Wasserstrahl betäubt die Beutetiere in unmittelbarer Nähe. Die entstandene Kavitationsblase, hinter dem beschleunigtem Wasser implodiert mit einem lauten Geräusch, das als Knacken zu hören ist. Die ganze Nacht durch hatten sie uns damit unterhalten. Mark hat wegen den Geräuschen wie alle besorgten Anfänger überall in der knackenden Bilge nachgeschaut.

Nachdem wir in Bar ausklariert hatten, kamen sie endlich….die langersehnten Delfine besuchten unseren Katamaran. Ein wunderbares Schauspiel. Zwei ganz neugierige Delfine warfen sich zwischen die Rümpfe, zwinkerten uns zu und schmiegten sich sichtlich an unsere LaDiala. Einfach atemberaubend diese Tiere.

Albanien erreichten wir am 29.5.2018. Wir liefen im grossen Handelshafen von Durres ein und wurden herzlich von unserem Agenten empfangen. In Albanien ist alles ein bisschen anders. Er hat alles für uns erledigt, Pässe haben wir nie gezeigt. Die Kopien davon haben wir dem Agenten zuvor mit allen anderen Uterlagen gemailt. Am nächsten Tag sind wir losgefahren Richtung Orikum gelegen an der engsten Stelle des adriatischen Meeres zwischen Italien und Albanien am Übergang zum Mare ionicum. Haben dabei mitten im Niemandsmeer eine grosse Wasserschildkröte gesehen, die mit einem halbaufgeblasenen Pneu gespielt hat – keine 20m entfernt vom Schiff. Freundlichen Empfang in Orikum durch Luigi, der Direktor/Hafenmeister der «Marina», ein heruntergekommenes ehemaligen Prestige-Investitions-Objekt: eine angeblich von zwielichtigen, italienischen Investoren erbaute Marina sollte wohl aus steuerlichen Gründen und wegen der Nähe zu Italien viele Italiener und Gäste aus der EU anlocken. Das war 2004 seither überlebt die Infrastruktur irgendwie und so auch die Schiffe die da liegen/schwimmen. Aber: das ist genau das faszinierende an Albanien: alles lebt und wird gebraucht auch wenn es teils recht schäbig ausschaut. Interessant wären all die Geschichten wie es dazu gekommen ist, nur schon alle diese alten Schiffe in der Marina und ihre History. Das blieb uns leider verschlossen. In Orikum verbrachten wir ein Hafen tag mit Doityourself-Arbeiten am Schiff, Hafenerkundung mit Kinder, Strandnachmittag und small talk mit locals und Waschmaschine (braucht 220v….)

Albanien – muss man wissen – hat 3 oder 4 Industrie/Handelshäfen, die Marina in Orkum, einige Piers in den Küstendörfern für Warenumschlag (immer den Wellen ausgesetzt) und sonst nichts zum sicher übernachten. Einzig eine grosse natürlich abgeschlossene Bucht namens Porto Palermos, welche wir angelaufen haben für die Uebernachtung – wir wollten da 2 Tage bleiben und die Gegend mit dem Dinghi erkunden. Wir kannten die Gegebenheiten von unserer Reise vor 10Jahren. Kaum da angekommen, bereit, um am verlassenen Steg von einer restaurierten Burg und neben kleinen Fischerbooten und im Blickfeld von Strandstühlen anzulegen, wurden wir unter Sirenengeheul von der heranrauschenden Coastcard über VHF Kalan 16 angefunkt und angewiesen die Bucht sofort zu verlassen mit der Begründung: military zone und order from my boss. Wir wurden an ein Dorf verwiesen mit einem Pier für Warenumschlag und Fischerboot ca 6sm in Richtung, wo wir hergekommen sind. Wir waren leicht verärgert, weil diese Bucht ist wirklich schön – wir haben abends dann die alten Fotos au dem LT angeschaut von unserer Reise vor 10 Jahren. Und sind in eine recht enge, weniger geschützte Bucht gefahren mit Blick auf Korfu. Um 19h schlagartig Fallböen, thermikbedingt 20kn bis 26 in der Spitze, der Anker in die Gegenrichtung eingegraben und mit dem Heck weniger als eine Bootslänge vom steinigen Ufer entfernt. Vorbei war’s mit der Entspannung bis 22’30, dann hat der Wind nachgelassen aber so blöd quer in die Bucht geweht, dass wir noch ein wenig näher ans Ufer gekommen sind. Gleichzeitig hats im Wasser am Ufer geschimmert im Dunkeln und ist langsam näher gekommen. Sehr unheimlich, dann war’s wieder weg um 5’ später noch näher wieder bläulich im Wasser zu leuchten. Plötzlich schreit Michèle erschrocken auf, weil sie einem Taucher aus ca 8m direkt beim Auftauchen ins Gesicht/auf die Maske geleuchtet hat. Es waren zwei, die da im Stockdunkeln irgendwas gejagt/gesammelt haben. Dann haben wir 2 noch einen Whisky getrunken und hoffen nun, der Anker hält und der Wind bleibt unter 15kn. Das Ankerwach-App gibt alle 30min Alarm, da der Wind in der Buch recht heftig dreht und das Ufer wirklich sehr nahe ist….