SY Ladiala

Albanien – Griechenland: Korfu – ionische Inseln

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Nach der unruhigen Nacht in Albanien (die Küstenwache hat uns ja weggejagt) haben wir eine neue Bucht an der relativ unverbauten Albanischen Küste gesucht, vorbei an langen teils komplett einsamen Sandstränden, Felsküsten und Siedlungen mit Zwischenstopp und Begehung einer eindrücklichen Strandhöhle mitten an einer Felsküste fanden wir eine sehr schöne Bucht, geschützt ausser gegen Nordwest. Auch hier unfertige Bauruinen in einem kleinen Talkessel direkt am Meer mit Kiesstrand und ein zerfallender Beton-Steg mit rostigen Armierungseisen in alle Himmelsrichtungen ragend . Schon bald fand sich der Wachmann des Grundstückes ein und beobachtete uns (!!! Schutz vor illegalen Bauerei oder in Besitznahme?) am Abend haben wir dort mit seinem Kopfnicken, nach Handschlag und Zeichensprache ein Strandfeuer mit Kerzenlicht gemacht und Schlangenbrot gegrillt- einmal mehr kein Fisch gefangen trotz viel Aufwand und Schleppen entlang der Felsen mit dem Dinghi. Am 2. Tag in der Bucht mehr Welle wegen Nordwestwind und zunehmend, sodass wir am späten Nachmittag die Bucht Richtung Sarande verlassen haben und von recht heftigen, brechenden Wellen überrascht wurden. In Vorahnung haben wir alles festgezurrt und die Lucken waren dicht aber es hat uns arg durchgeschüttelt für 30 min bis wir aus dem Küstenbereich freigekommen sind und vor den Wellen ablaufen konnten gegen Sarande. Allerdings war konnten beide Autopiloten-Systeme das Schiff bei den kurzen/grossen achterlichen Wellen nicht auf Kurs halten bzw. gaben «Ueberbelastung der Hydraulik» an und gingen in Standby. Alles an Deck war mit Gischt bzw. einem feinen Salzfilm überzogen. In Sarande angekommen nach knapp 2h hat uns die Agentin erwartet für die erneuten Formalitäten (in Albanien werden auch Vergnügungsschiffe wie Handels- und Frachtschiffe behandelt, immer Agent bei jedem Hafen immer Formalitäten, eigentlich kein Landgang ohne dies….). Wegen Schwell am ungeschützten Pier in der lang gezogenen Bucht von Sarande haben wir die Agentin mitgenommen mit Erlaubnis des Harbourmasters und gingen vor Anker im ruhigeren Buchtteil. Kaum dort vor Anker kam das Polizeiboot (wasserschöpfend…) und wollte uns zurückholen. Die Agentin konnte die Sache vorerst klären. Dann Passkontrolle bei Polizei. Der Offizier schaute die Papiere an und Fragte wo wir die letzten 3 Tage ware: in den Buchten, da wurde er etwas unwirsch und stellte klar, dass das nicht erlaubt sei. Meine übersetzte Versicherung, dass ich von Durres Harbourmaster und Coas Guard via Agent dazu die mündliche Erlaubnis gekriegt hätte, interessierte ihn nicht. Er meinte, nun müsse er unser Schiff auf Drogen und Schmuggelware kontrollieren und liess uns 15min stehen. Dann kam er zurück, sagte alles ok, lächelte Maxim an und gab ihm einen Klaps auf die Schultern und wir zogen davon. Die Agentin war sehr jung, 22J, hat zum ersten Mal ein Segelschiff abgefertigt und wusste daher auch nicht mehr. Maxim ist immer dabei bei der Behörde, es interessiert ihn und stimmt die Offiziellen eher «milde». 2 Tage/Nächte in Sarande vor Anker, Deckwaschen, Einkauf, Routen-Vorbereitung für Griechenland. Dann ausklarieren mit der Agentin ohne Behördenkontakt und nach 4h waren wir schon in Gouvia-Marina festgemacht auf Korfu. Erneut Gang zur Behörde, Coastguard, sehr unfreundlich, 1h warten, dann hat er mich für Zoll und Polizei nach downtown in den Handelshafen geschickt und «befohlen» morgen wieder mit allen Unterlagen bei ihm vorbeizukommen für die abschliessende Bewilligung. 20 min Taxi nach Korfu-City, suchen, warten, Papierkram (alles immer komplett analog), warten Papierkram und am Spätnachmittag zurück. Maxim immer dabei und sehr interessiert an allem im Hafen und unterwegs. Insgesamt war ich dann 4x bei der Hafenbehörde in in der Marina. Kurz: recht unfreundliche männliche Staatsangestellt mit Obermacker-Allüren, die Frauen etwas burschikos aber nett (Maxim?), alles wegen Vorschriften und Gesetzen sehr kompliziert, unendlich viele Papiere und ALLES analog und von Hand geschrieben. Ich verstehe, weswegen Angie Merkel &Co etwas streng sind mit den Griechen beim Gelder verteilen und beim Schuldennachlass….. In der Folge noch Batterieprobleme, sodass wir die 5 Servicebatterien nach 4.5 Jahren ersetzen werden. Sie sind nun bei Mastervolt in Holland bestellt und angeblich unterwegs. 3 Nächte im unbewirtschafteten kleinen Südhafen von Korfu mit Privatstrand, Bar und Discotheke, welche bis 2h und am Samstag bis morgens im 7h den Hafen und die Bucht recht heftig beschallt. Kein Strom/Wasser, kein Hafenmeister, keine Behörde und nette Yachties. Sehr schön direkt unterhalb des alten Kastells gelegegen. Besuch von Stadt, Markt und Arkaden-Kaffees und kleine Unterhaltsarbeiten. 1x Wind bis 35Knoten und viel Wellen ausserhalb und Schwell innerhalb des Hafens, in der Folge Kettenfedern als Ruckdämpfer gekauft (recht schwer für ein 17T Schiff).

Es sind dann Freunde für 1 Wo gekommen und wir haben in kurzen Tagesetappen Korfus Süden und die Inseln Paxos (Lakka-Bay), Antipaxos sowie Pargas und Mourtos am Festland abgeklappert immer nur vor Anker in wunderschöne Buchten, in tiefblaue Höhlen geschnorchelt, Landleinen angebracht in den kleinen Buchten, Drinks in der Bar am Strand von Pargas und eigener Apero am einsamen Kiesstrand auf Mourtos. Keine Fische gefangen… Der Besuch war eine Willkommene Abwechslung für uns alle. Dann haben wir die Besucher am Strand im Süden Korfus mit dem Dinghi abgesetzt und dort bei Windstille an der langen, ungeschützten Sandküste vor Anker mit dem Generator die Waschmaschine in Betrieb genommen und das Schiff durchgereinigt. Nach 4h wieder weiter auf die Insel Paxos (9sm ) erneut in die schöne Bucht von Lakka. Unterwegs 2 grosse drohende Gewitterzellen, Donner, Blitz und sogar 2 Wasserhosen so nahe, dass wir unter Mithilfe des Radars Kurs auf’s offene Meer genommen haben , um ihnen auszuweichen. Wir sind dann trocken, ohne Blitz- und Wasserhosenkontakt in der Lakka-Bay angekommen. Da liegen wir vor Anker seit 5d und geniessen es -allerdings: gestern zählten wir über 60! Schiffe, die hier lagen…. Alleine sind wir nicht, aber es hat Platz für alle und wenig andere Touristen in der kleinen Ortschaft. Abends ist das ganze Pier belegt mit den Dinghis der Segler, welche in den Bars und Restaurants sitzen bzw. die Fussball-WM schauen. Den Kindern geht gut und sie langweilen sich nur sehr selten. Sie sind nie krankgewesen, schlafen die ganze Nacht uns streiten nur 1-2x/d miteinander. Kleine Unfälle gibt ähnlich wie zuhause aber nichts, was uns Sorge bereitet. Am gefährlichsten waren bis jetzt, Velostürze, offene Decklucken und Türschwellen. Ins Wasser ist noch niemand gefallen. Mann über Bord bzw. Bergungsmanöver von Bewusstlosen haben wir wahlweise mit dauerhaft angebrachtem Seilzug und mit Spinakerfall über Elektrowinsch mehrfach geübt und es klappt gut wenn die Handgriffe sitzen und immer alles entsprechend eingerichtet ist, was bei uns der Fall ist – allerdings bei flachem Wasser ohne Wellengang……