SY Ladiala

Sizilien, Ustica, Sardiniens Südosten (Capo Carbonara) und Cagliari, San Pietro mit Carloforte bis Me norca, Espania

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Von Cefalu sind wir 55sm nach Ustica gefahren, – meist unter Motor um dann von diesem einsamen Eiland am kommenden Tag die 165sm nach Sardinien Cap Carbonara/Villasimius ganz im Südosten in Angriff zu nehmen. Wir haben mit den Kindern bei wenig Wind unter Segel und leichtem Maschinenantrieb einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt, dann nach schwärzester Eindunkelung um ca. 23h einen leuchtenden Mondaufgang mit orangem Vollmond. Maxim ist morgens um ca 5’45h auf die Steuerbank geklettert ohne von uns geweckt zu werden, weil er den Sonnenaufgang erleben wollte. Wie schön! Und ist dann wieder schlafen gegangen. Natürlich haben wir die Schleppangel ausgeworfen: Grosse Aufregung, die Rute zuckte deutlich lebhaft und wir dachten an einen eher kleineren Fisch so um die 60-70cm. Ganz nervös holten wir die Leine ein, alles lag bereit um den Fang an Bord zu holen etc. Der 5KG-Fisch stellte sich dann als 1m langes Plastik-Tuch dar, dass sich in den 4 Ködern verfangen hatte. Michèles Lachen war ansteckend. Am 2. Tag erreichten wir die wenig geschützten Buchten von Capo Carbonara. Wir konnten uns mit einem Grosseinkauf wieder mit Lebensmittel eindecken. Wenn man vor Anker liegt, also nicht in einer Marina/in einem Hafen mit Steganlage, wird’s logistisch etwas aufwändiger. Wettercheck, mit Dinghi, Velo, Anhänger und zu viert an den Strand. Bei Wellen im hüfthohen Wasser alles trocken an den Strand ausladen – beobachtet von vielen badenden Touristen. Dann geht der eine mit Velo/Anhänger auf die Erkundungstour und sucht einen Supermarket «irgendwo». Das kann bis zu 1h dauern. Dann Einkauf (2h), zurück (30min), Einladen, 2x Fahren mit Dinghi, Kinder und wir evt etwas müde und nicht mehr ganz locker. Velo/Anhänger ausladen (evt bei tanzendem Dinghi wegen der höheren Wellen weil der Wind in der Bucht aufgefrischt hat) und dann ein Bier möglicherweise warm da gerade gekauft. Nun wird alles unter die Polster, Sitz- und Bodenbretter eingeräumt und schon bald wissen wir nicht mehr so genau, wo was ist und was wir noch an Vorräten haben. Dann wird alles wieder ausgeräumt und durchsortiert. Manchmal gehen wir auch einfach so mit den Velos ans Ufer. Das ist auch in etwa ähnlich weil’s dann 4 Velos sind oder 2-3 und der Anhänger. Die Marinas mit Steg, Anlegen und Strom sind schon praktischer aber eben bis zu 210Euro/Nacht wogegen das Ankern umsonst ist und wir direkt vom Boot ins Wasser springen können und am Heck praktisch Duschen ohne das im Boot drin alles feucht ist. Dafür trifft man beim Ankern normalerweise keine anderen Segler (zu weit von Boot zu Boot), jeder ist für sich. In den Marinas kommt man schnell ins Gespräch und trifft immer wieder mal ganz herzliche und sympathische Yachties. Es ist oft auch hilfreich weil wir Tipps kriegen oder was dazulernen über Reviere und Überfahrten (längere Strecken zwischen 2 Inseln oder Destinationen). Es gibt auch die Plauderer, welche allerlei üble Geschichten auf Lager haben und diese sofort an den Mann bringen müssen. Kinder gibt’s fast keine in den Marinas. Da wurden wir vorgewarnt. Erst auf den Kanaren und dann in der Karibik solle es dann öfters Familien geben, die auch so wie wir unterwegs sind.

Also Capo Carbonare: Ein Naturreservat mit Nahrungs- und Brutgebiet von Flamingos. Wir verbrachten je nach Wind/Vorhersage insgesamt 8Tage vor Anker entweder in der West- oder Ost-Bucht oder sind der Ostküste für einen Tagestörn noch gegen Norden entlang navigiert. Wasser klar, azur-bis grünblau, Strände sauber und feinster fast weisser Sand (überall auch auf dem Schiff) Wasser 26-27°, Luft 35°. Der nahe Touristenort Villasimius brachte viele Touristen an den Strand. Besuch von der Schwester von Michèle für 6 Tage. Gotti von Mara, grosse Freude allerseits. Wir sind dann zusammen nach Cagliari gesegelt (4.5h) und haben dort in der Marina del Sole im gigantischen Industriehafenbecken festgemacht. Eine üble Brühe, das Wasser und je nach Wind gibt es am Fest-land ein fürchterlicher Geruch (nicht jedoch bei uns am Kopf des Schwimmsteges). Im Hafenwasser massenhaft Fische, die nachts einen rechten Krach gemacht haben: Herum-Springen aus dem Wasser, mit lautem Platschen wieder «landen» und ans Boot schlagen im Sinne einer «Kollision" wenn diese grossen Schwärme um’s Boot herumschiessen auf der Jagd sind oder selber gejagt werden. Noch besser: Delphinfamilie im Hafen bis ca 10m neben LaDiala auf jagt und das Wasser aufschäumend und die Fischschwärme springend sodass es richtige Wellen gibt. Michele wollte mit dem Hafenwasser nicht mal unsere Toiletten spülen, andere sind baden und tauchen gegangen und hunderte haben da gefischt und auch welche rausgezogen (Orata, Branzino…..). Wegen Mistral zwischen Menorca und Sardinien sind wir letztlich 10 Tage in dieser Marina in Cagliari geblieben. Stadt angeschaut, Strandausflüge, Auto gemietet, 1x auswärts an der wilden Südwestküste übernachtet, eindrückliche Tropfsteinhöhle bestaunt und viel viel Bildschirmpräsenz zum Thema IT/WWW Wetter/Satelliten-Kommunikation/Datendownload als Vorbereitung für Off-shore Weather-Forecast, Weather-Routing und Departure-planing (vieles auch bei uns auf Englisch). Das ist echt eine Überraschung für mich, die Zeit, welche vor dem PC zu verbringen ist wegen Planung, Mailings, Neuanschaffungen, Ersatzteilen, Marina = Liegeplatzreservationen (Mallorca zBsp: 3 Wo im Voraus kriegst du mit Katamaran kein Liegeplatz auf telef. oder schriftliche Anfrage – wir fahren also einfach mal hin….) und Wettervorhersage sowie Karten- und Softwareupdates. Andererseits sind die Informationen aus dem Netzt wirklich einfach sehr genau und immer auf dem neuesten Stand und auch die Wettervorhersagen treffen fast immer zu. Wobei: hier gilt es aus 4-6 verschiedenen Vorhersagen (welche auf 2-4 Wettermodellen basieren) die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wir sind beispielsweise auch schon daran, die Aufenthaltsbestimmungen in den diversen Ländern in der Karibik und den USA abzuklären und welche Regelungen für CH-Yachten (Non-EU-Ships) gelten.

Als uns dann die Wetter- Meer- und Windgötter einigermassen gut gestimmt waren, sind wir von Cagliari 60sm gegen Westen um die exponierten Südwestkaps von Sardinien und der vorgelagerten Inseln herum gefahren bis nach Carloforte auf S.Pietro ganz im Südwesten, ein von ligurischen Fischern im 18JH gegründetes Städtchen auf dieser kleinen Insel. Wind von 90Grad aber so schwach, dass wir Segel und Motor benutzt haben. Die letzten 3h waren dann wieder sehr ruppig wegen kurzen, steilen Gewitterwellen genau wieder mal auf den Bug. Alles war voller Gischt, Salzkrusten und seifig an Deck. 1 Tag Zwischenstopp in Carloforte, Ausklarieren Ciao Italia! und dann 21.August um 0410h UTC+2 (=LT 0610h) sind wir los gegen Menorca Kurs 280°, 194sm, Wind von 20-40° (= N-NNW) 4-9kn und abnehmenden Seegang auch ca von 30° vom Mistral 0.6-1m Wellen, Frequenz 4s, abnehmend auf 0.4 gemäss Vorhersage. Anfänglich war’s ein rechtes Geschaukel aber immerhin ohne «Schläge», d.h. der Wellenzyklus war lange genug, dass Diala die Wellen-Kämme und Täler fahren konnte ohne hinein zu krachen wie das zuvor fast immer der Fall war. Mir wurd’s trotzdem ein wenig mulmig als ich in den Koje mich um die Kinder kümmern wollte (Anziehen, WC, Kopf immer nach unten….) und ich hab mich als Skipper (Comandante, wie die Italiener sagen) dann um die Navigation gekümmert: streng 280° gegen Westen mit dem Autopiloten und Ausschau halten. Michèle ist resistenter gegen Seekrankheit aber auch sie musste die kleinen Arbeiten unten in den Rümpfen unterbrechen. Nach 8h wurde es dann ruhiger wie vorhergesagt aber der Wind blieb meist bei 30-40° sodass wir nur zwischendurch die Genua setzten und so unter Maschine noch 1.5Kn zulegen konnten. Reines Segeln war aber auch auf dieser Überfahrt nicht angesagt…. In 2 Tagen ist schon wieder Mistral bis um 45Kn angesagt und dann gibt’s einfach recht hohe Wellen (bei 45kn sind Wellen bis 3.9m prognostiziert gemäss den Modellen). Deswegen nehmen viele Segler für diese Überfahrt zwischen Sardinien und Ballearen auch Flauten in Kauf – so auch wir.

Einfahrt nach Mahon auf Menorca in Sicht, 4G-Empfang, im Internet noch auf See die Telefonnummern der Marina/Liegeplatzanbieter suchen und dann telefonisch abklappern, wo es für ins am gleichen Tag OHEN Reservation noch einen Liegeplatz gibt. . Auf Rückruf warten, Hafenbehörde anrufen, wegen einklarieren etc. und dann einlaufen in die langgezogene fjordartige Bucht von Mahon, ein grossartiges Erlebnis! Auf VHF-Channel 9 die Marina anfunken. Elegantes Anlegemanöver direkt am Stadtquai fast alleine um dann 6h später eingeklemmt zwischen Superjachten uns etwas unwohl zu fühlen weil auch sehr viel Betrieb plötzlich in den Abendstunden da das gaze lange Quai natürlich von Restaurants und Bars gesäumt ist…… Müde von der Ueberfahrt von Sardinien her wird auch diese Nacht eher kurz bzw. unruhig. Immerhin gab’s Helado y dos Mojitos zum Einschlafen und das gleicht vor dem Schiff am Quai