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Die Balearen

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Balearen=Baliarides=ballein=schleudern…..offensichtlich waren in der Antike die Steinschleuderer von Mallorca und Menorca gefürchtete Kämpfer. Sie hatten eine enorme Treffsicherheit. Wir haben uns gleich selbst eine Steinschleuder gebastelt, eigentlich für Maxim….

Die Balearen sind eine vielfältige Mischung von Bevölkerung, Kulturen und Sprachen. Menorca hat uns zu allererst empfangen. Wir sind in den zweitgrössten Naturhafen der Welt (nach Pearl Harbor, Hawaii), Port de Maó, gesteuert. Sehr eindrücklich wie die Natur solch unglaublich geschützte Buchten entstehen lässt. 3 Tage haben wir diese imposante Hauptstadt von Menorca genossen.

Bekannt ist Menorca unter den Seglern vor allem für die landschaftlich schönsten Ankerbuchten der ganzen Balearen. Häufig sind diese Cala’s eng, die Einfahrt felsig und enden dann in traumhaft feinsandigem Strand. Sie sind schlicht atemberaubend.

Da die Hauptsaison noch nicht ganz vorbei war, musste man sich dann leider in so eine schöne Cala hineinzwängen und sich ein Plätzchen irgendwie erkämpfen. Neben Yachten sind auch die Ausflugsboote, Motorboote, Pedalos, Kajak, SUP usw unterwegs. Wenn es dann aber Abend wird – dann gehört einem die Bucht fast alleine. Cala Macarella wurde zu meiner Lieblingsbucht. Der Morgen war das beste; die Sonne geht auf, ich erwache durch das Meckern der wilden Ziegen, stehe auf, bestaune den Moment, springe in das warme glasklare Meer und lasse mich an den schönsten Sandstrand treiben. Er gehört mir ganz alleine.

Auch auf Mallorca besuchten wir weitere traumhafte Buchten. Man ist einfach privilegiert, wenn man vom Meer herkommt. Die unzugänglichsten Buchten eröffnen sich einem problemlos.

Ein wenig aufgeregt war ich schon, als ich auf der Überfahrt nach Calo Pellicer, den Tamaya Sextanten (mit Exzentrizitätsfehler=0) auspackte und meine erste Mittagsbreite bestimmte. Es ist zwar die einfachste Bestimmung, aber dennoch, man kann viele Rechen/Messfehler machen. Die Differenz zwischen GPS und meiner Sextanten-Berechnung betrug weniger als eine Seemeile! Da war ich sehr stolz auf mich.

In der Ankerbucht Calo Pellicer, etwas westlich von Palma, ist meine Mutter an Bord gekommen. Eine grosse Freude für alle.

Unser nächstes Ziel war die Marina S’Arenal. Quasi im Ballermann Revier…Seit aber die mallorquinische Regierung das Eimersaufen verboten hat, geht es hier deutlich gesitteter zu und her.

Ohne die Besichtigung der Hauptstadt Palma wollten wir Mallorca aber nicht verlassen. Zudem standen da auch wieder mal Arbeiten an unserem Schiff an (Montage Umlenkrollen, Deckstopper für Parasailor, neues Grossfall und neue Grossfall Masttop-Fixation, Einzug und Montage 2. Genackertopfall, Aussenborderhalterung damit der 48kg 15PS AB während der langen Überfahrten nicht am Dinghi hängt und in die Wellen schlägt mit dem Schaft).In Palma haben wir auch noch Markus, ein Transat-Crewmitglied und ebenfalls Helia44-Besitze getroffen. Lionel, der Götti von Maxim, ist eingetroffen für 5 Tage und hat uns nach Ibiza begleitet.

Am 7.9.18 haben wir Mallorca verlassen und nach gut 10 stündiger Überfahrt Ibiza – die Partyinsel erreicht. Wir segelten der einsamen wenig verbauten Westküste entlang und liessen unseren Anker kurz vor Sant Antoni, in der Cala Salada, nieder. Bevor wir unseren Ankerdrink nehmen konnten, kurvten auch schon kreischend die ersten Partyboote, Superspeedboats, DavidGuettasound und Jetskis umher….

Wir sind dann mit dem Bus noch nach Ibiza-Stadt zur Touristentour und haben neues Schuhwerk für Mara gekauft.

Die Balearen verabschieden wir nun nach gut 3 Wochen. Fazit; einfach schön, schräg, entspannt, freundlich, pacific.

Wir nehmen eine lange Etappe unter den Kiel: Ibiza- Malaga war ursprünglich geplant. Unterwegs beim telefonischen Vorankündigen(Pseudoreservieren am Tag vor der Ankunft mussten wir mangels freien Gästeplätzen in den Marinas umdisponieren auf Ibiza – Marbella was schliesslich etwas mehr als 350sm am Stück bedeutet – zu bewältigen bei 6kn Fahrt in ungefährt 2Tagen und 6h. Unterwegs war wieder Fischen angesagt: ein bis nach 2h schon, 5min einholen bis der Gelbflossentuna (ca 70-90cm) 5m entfernt am Heck war, ein letztes Aufbäumen mit Sprung aus dem Wasser und weg war er…. Dann 1h später ein deutliches Surren: die Bremse der 18kg-Reiskraft-Leine war fast inexistent und die Trommel der Spule raste, die Rute bog sich, die Halterung verbog sich (sic!) ich konnte mangels Coolnes die Bremskraft nicht erhöhen (falsch hantiert) griff noch in die Leine (2x Schnitt in beiden Zeigfingern und nach 60sek -90 Sekunden war die Spule leer und die 300m lange Leine riss mit einem Knall ab. Das war ein Grosser! Irgendwie war ich froh und enttäuscht v.a. weil der kleinere , der gelbe Tuna, wäre von der Grösse perfekt für uns gewesen. Fortsetzung folgt! Zuerst muss ich nun dem Fischergarn nachrennen und die Rolle wieder füllen – diesmal mit zusätzlichen 300m Reserve. Es gibt ja mehrere grosse Fische. Ansonsten wenig Wind, meist Segeln unter Motor = mehr Höhe am Wind und weniger Verbrauch. Marbella liegt noch vor uns. Morgen Freitag 14.9. sollten wir da eintreffen.

Die Strasse von Gibraltar – ein spannender Abschnitt kommt auf uns zu. Nachdem wir auf Sardinien die gefürchteten Laistrygonen-Riesen, die Odysseus Schiffe versenkt hatten, glücklicherweise nicht angetroffen haben, sind wir nun gespannt was das Antike Ende der Welt, das König- oder Totenreich des Hades, oder einfach Gibraltar.