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Antigua & Barbuda März 2019

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Antigua & Barbuda März 2019

Vier Highlights haben unseren Aufenthalt in Antigua und Barbuda unvergesslich werden lassen; Kitesurfing, Reunion mit unserer crazy ARC family Gruppe (Atlantik-Ueberquerer Familien), Besichtigung der italienischen Superluxusyacht Ohana und das surreale Barbuda.

Nonsuchbay, eine Wunderschönehinterdemriffgeschütztegrossbucht im Osten von Antigua mit der am Riff gelegenen Insel Green Island mit ihren flachen Sandstränden und den türkisfarbenen Buchten. Es ist der Spot zum Kitesurfen. Wir träumten schon lange davon diesen Sport einmal ausprobieren zu dürfen. Es ist perfekt. Die Kiteschule „40knots“ hat uns jeweils direkt von unserem Boot abgeholt. Ausgerüstet mit Schwimmweste, Helm, Kite und Brett sowie Dingi gings los. Zuerst der kleine Uebungsschirm an Land, dann der Grosse und dann ab ins Wasser aber noch ohne Brett. Das war lustig. Je nach Kontrolle oder eben Nicht-Kontrolle zog es einem fast ganz aus dem Wasser. Am zweiten Tag man glaubt s fast nicht, standen Mark und ich schon auf dem Brett und flitzten über s Meer. Ein herrliches Gefühl. Aber wehe man lässt den Schirm auch nur kurz aus den Augen, eine harte Landung kann s dann schnell geben.

Das schöne an dieser Sportart ist wohl die Vereinigung von Wind und Wasser, etwa so wie unser Parasailor auf der Atlantiküberquerung. Es geht vor allem um Balance und Technik. Weder Kraft noch grosse Fitness sind nötig. Und unsere Snowboard-Skills kommen uns sehr gelegen – wir müssen uns nicht um das Ding an unseren Füssen kümmern, das geht von alleine und gleitet meist so übers Wasser wie wir uns das vorstellen. Nicht wie Windsurfen. Da kam ich nie auf einen grünen Zweig, nur auf viele offene Wunden an meinen Händen…

Wir werden nun unsere zukünftige Segelroute ein bisschen den Kitesurfehotspots anpassen und weitere Lektionen nehmen.

Nach unserer Atlantiküberquerung hat sich eine WhatsApp Gruppe gebildet; die „ARC crazy family“. Eine Gruppe von ca 10 Yachten mit Kindern von 3-12Jahren. Über WhatsApp werden jeweils die aktuellsten Tips von Grenada bis Barbuda mitgeteilt. Je nach Boot/Spielsachen/Kids/Route wurde/wird miteinander gesegelt und geankert. Falls auf dem Marine Traffic-App Boote wie MonReve, Marlin, Lallona, Tortola, Gaia immer wieder in unserer Nähe gesichtet werden: es hat sich mit ihnen ein Clan gebildet. Die Tage gemeinsam vor Green Island in der Nonsuch Bay bleiben unvergesslich. Man stell sich seine Traumbucht vor. Unbewohnt, feinster Sand, viele schöne Muscheln, Palmen, grün-blaues Wasser und wir. Unsere Yachten füllten gleich die Bucht aus. Die Kids bastelten mit SUP, Kanu, Luftmatratze, Paddel und Seile Brücken zwischen den Booten. Das Spiel war dann möglichst trocken von einem Boot auf das andere zu kommen… Abends wurde zum Strand geschwommen, geschnorchelt oder gepaddelt. Ein Feuer im Sand, gleich neben dem Meer. Schlangenbrot, Würste, Entrecote, Gemüse, Marshmellow…ein Schlemmeressen.

Wir Erwachsenen und Eltern sehnten uns nach Kino. Die Kinder natürlich auch. So wurde auf einem Katamaran die Verfilmung von Freddie Mercury bei Champagner und Kuchen gezeigt. Auf einem anderen Katamaran die Mignons mit Sirup und Kuchen. Wie gut das tat.

Ein lustiger Event war dann auch das Drohnenfotoshoting. Wir schrieben mit unseren Körpern Antigua an den Strand.

Der gemeinsame Schnorchelausflug zum Riff war obligat- alle mit ihren Dinghies und dann: viele bunte Schnorchelspitzen und einige Kinderschwimmwesten schaukelten im Wasser.

Da fehlte uns nur noch eines; ein Ausflug auf eine Supersegelluxusyacht. Antigua ist in der Seglerszene bekannt für den geschichtsträchtigen English Harbour und für ihre alljährlichen Segelregatten. Es treffen sich die wohl schönsten und teuersten Yachten der Erde an diesem Fleck. Speziell erschien uns, dass gleich neben diesen Yachten der karibische Alltag stattfand. Nicht wie Monaco, St. Tropez oder Tivat, wo rundherum alles mit Schickimickiszene und den Flag-Stores zugepflastert ist.

So war es denn auch vor Green Island Die Crew der wunderschönen italienischen Luxusyacht „Ohana“ gesellte sich abends zu uns (oder wir zu ihnen…) an unsere crazy family beach. Wohlgemerkt der Yacht-Besitzer selbst war noch nicht eingeflogen. Dank unserer italienischen Lallona family wurde die Brücke schnell geschlagen und es konnte ein Besuch auf der Yacht am nächsten Tag eingefädelt werden!

Der Captain/Commandante, unglaublich bescheiden, sympathisch und professionell empfing tatsächlich unsere Dingi Karawane mit 10 Erwachsenen und 8 Kindern auf „seinem“ Schiff. Die Ohana; 50m lang, 10m breit 5,6m Tiefgang, Masthöhe 60m, 350 Tonnen schwer, Motorleistung 1000PS, 800l Frischwasserproduktion/h, 240l Dieselverbrauch/d nur für Generator, Gennaker knapp 1400m2….“Ohana“ was auf Maori Familie heisst, wurde in New Zealand gebaut für rund 30Millionen Euro. Wird verchartert für 180’000USD/Woche, hat piekfeine Suiten für 10 Gäste. Das Interior bestückt nur mit den besten Materialien wie Massivholz, Kristallglastreppe, Marmortisch,…..Sie wirkt einfach schlicht schön. Satte 2 Stunden wurde uns wirklich alles gezeigt und erklärt, jede Frage ausführlich beantwortet.

Das Beste an diesem Besuch war – ich freute mich so sehr wieder auf unsere LaDiala – im Vergleich klein fein mein. Und was ich auch gelernt habe, mit dem elengantesten, grössten Schiff kommst du nicht in die schönsten entlegensten Buchten rein. Der Tiefgang ist schlicht zu gross….

Barbuda, die zu Antigua gehörende, nördlich gelegene Insel ist surreal, die satten Farben des Meeres und des Himmels von einer anderen Welt, einzelne Strandabschnitte wegen des Muschelsandes rosa gefärbt. Das Naturparadies mit seinen riesigen Lagunen, den Fregatten- Vögeln, den feinsten, ins Unendliche reichenden Sandstränden, der Reichtum an Muscheln – man wird süchtig danach. Wir konnten mit den anderen Familien an einer Bootstour durch die flache Lagune, das Dorf und die Brutstätte der Fregatten-Vögeln teilnehmen. Nur schon der Besuch des lokalen «Supermarktes» zeigte die sehr bescheidenen Lebensumstände der Bewohner Barbudas. Bei der Fregatten-Kolonie: Unbeschreiblich das Gewirr in Luft und auf den flachen grösstenteils von 2017-er Hurricane zerstörten Mangroven – welche nun nach 18Mtn langsam nachwachsen. Elegant segelten oder schwebten die Vögel nur wenige Meter über unsere Köpfe und wir konnten uns mit dem Boot und dem kundigen Führer bis auf wenige Meter herantasten, zuletzt staunend inmitten dieser Flugshow – der Geruch war nebensächlich. Diese doch recht grossen, gelenkigen Akrobaten der Lüfte ernähren sich ausschliesslich von fliegenden Fischen, welche sie in der Luft und nicht im Wasser erjagen! Anschliessend gabs direkt in der riesen Lagune vor unseren Augen aus dem Käfig (Reusse) gefangene Lobster – für jedes Schiff 2-3 Stück.. Das war ein rechtes Gezappel und Gezucke auf dem Boden des flachen Fiberglass-Bootes und dennoch ein Höhepunkt v.a. für die Kinder. Wir sind nun (neben selbstgefangenen Fischen) auch routiniert im Zubereiten von Lobster, welche wir NICHT lebend ins kochende Wasser geben.

Der Lebensrhythmus der Insulaner ist ein anderer. Hurricane suchen die Inseln immer wieder heim. Auch wir sehen hier wie schon geschildert in Dominica die bizarren Rückstände eines solchen Wirbelsturmes von 2017. Ein Riesencontainer wurde zig hundert Meter weit durch die Luft gewirbelt und inmitten der Lagune abgesetzt und rostet nun im flache Wasser liegend vor sich hin. Häuser ohne Dächer, Fischerboote meterweit an Land gespült. Erste Hilfe wurde von UNO, Japan und Amerika geleistet, aber die Leute sind immer noch sehr arm, Häuser immer noch ohne Dächer– Antigua ist die wohlhabendere Insel, der Tourismus ist dort. Barbuda will seine Landreserven nicht verkaufen. Das Land gehört der Gemeinschaft. Die 2 Resorts der Luxusklasse sind im Wiederaufbau begriffen. Unser Führer meinte: wir leben hier, der Hurricane kommt immer mal wieder, wir gehen in die Höhlen oder in die grossen Stein/Betonhäuser, der Sturm kommt, manchmal 2x (wenn das Auge über die Insel geht, wie 2017) und dann kommen wir raus, schauen, lächeln (so sagt er es!) und helfen uns gegenseitig bei Aufräumen und beim Wiederaufbau.

Wir verlassen nun Antigua & Barbuda. St. Barth (Frankreich), St. Martin (Frankreich und Holland), Brittish Vergin Islands (BVI) und US-Virgin Islands (USVI) werden die nächsten Destinationen sein.