SY Ladiala

April Karibik nord-westlich

| Keine Kommentare

St. Barth, St. Martin/Sint Marteen, BVI/USVI, Dominikanische Republik, Turks&Caicos

In 6 verschiedenen Nationen in 4 Wochen. Das waren Frankreich (St.Barth und St. Martin), Holland (Sint Marteen) Britisch Virgin Island (BVI), Amerika (USVI), Dominikanische Republik und Turks&Caicos.

Auch beim Segeln wiederholen sich die Ereignisse und der Alltag. Ich halte diese vielen Eindrücke in Stichworten fest und lasse die Bilder sprechen.

St. Barth; französisch, eurasisch besiedelt, winzige Insel, karg, mondäner Ort der weissen Reichen, Jonny Holiday soll hier begraben sein, Regatta der Superluxussegelyachten, teuer

Wale in ca 100m Distanz von unserem Boot, gewaltig pflügen die Leiber durch die See.

St. Martin; französisch, auch karg, teilt die kleine Insel mit Holland, schwer von Hurrikan Irma&Maria getroffen, trauriger Schiffsfriedhof in Marigot Bay

Sint Marteen; holländisch, die wenigsten sprechen holländisch, auch viele Schiffswracks im grossen, natürlichen Lagunen-Hafen

Britisch Virgin Islands (BVI); wunderschönes Inselarchipel, einsame Buchten, Strände und Inseln leider auch Hurrikan-zerstört, praktisch die ganze Vegetation abgestorben, eine zuvor grüne nun braune Hügellandschaft, welche sich jetzt – 18 Monate später – langsam erholt, wodurch es einige grüne Flecken gibt. Ähnlich schaut es im Riff/Korallenbereich aus. Die Golfanlage ist „immergrün“….., Linksverkehr, sie fahren aber alle mit Autos für Rechtsverkehr (US-Import-Cars)

USVI; Besuch mit der Schnell-Fähre (27Kn) der Insel St. Thomas, auch Hurrikan-Narben, aber alles aufgeräumt, endloses !!! duty free shopping (vor allem Schmuck und Uhren – streng in indisch-stämmiger Hand), 2-4 Kreuzfahrtschiffe mit bis 8000 Personen (incl. Crew)/Boot und das teilweise täglich, McDonalds (nicht wir) und viele Pick-up

Nachtsegeln über 2 Nächte mit dem schönsten Sternenhimmel, nächtlicher Vogelbesuch zum Rasten, der uns erschreckt und das Deck markiert hat.

Dominikanische Republik; paradiesische üppige Palmen- und Waldvegetation, absolut spanisch-karibisch, sehr freundliche Menschen, Aufenthalt in fast leerer, erstaunlich günstiger Luxusmarina in Bahia de Samana mit 2x Infinitiypool ( nun weiss ich auch was das ist (Mark)) , 2x Bar, 2x Restaurant, Gym, Spa, Kids Klub, Reitausflug zu El Limon Wasserfälle, Autoausflug für Besichtigung, Lebensmittel- und Zigarreneinkauf

1x Nachtsegeln mit Vollmond

Turks&Caicos; noch nie von dieser Inselgruppe gehört! Es gibt sie. Ursprünglich britisch, viele US Touristen, viele Villen, Streusiedlung, steuerfrei für Firmen und Privatpersonen. Finanzindustrie, erneutes Kitesurfing in tiefblauemtürkistürkis Wasser, nur bauchnabeltief kilometerweit, Besuch meiner Mutter und ihrem Mann, Geburtstag feiern, erste Nurse-sharks, neuer Tuna-Köder (mit denen – den Tunfischen – haben wir noch eine Rechnung offen)

2x Nachtsegeln mit Destination Bahamas, Ankunft 30.4.2019

Ein Einschub noch zur Bevölkerung der grossen und kleinen Karibik-Inseln: praktisch alle Menschen sind afrikanischen Ursprunges als Folge des gigantischen, quasi-industriellen Sklaventransportes der Portugiesen,Spanier, Engländer, Franzosen und Holländer beginnend im 16. bis anfangs 19.Jahrhundert ausgehend von der Westafrikanischen Küste mit Hilfe der dort ansässigen Händler, welche den Sklavennachschub aus dem Inneren des Kontinentes besorgten. Auf dem Rückweg brachten die Sklaventransporter Ware aus den neuen Länder nach Europa zurück und segelten dann wieder an die Westküste von Afrika um den „Kreis bzw. das Dreieck zu schliessen. Gemäss Sklavenmuseum in Martinique wurden um 11Mio Schwarzafrikaner deportiert alleine auf die Karibikinseln. Man geht davon aus, dass 2Mio die Seereise nicht überlebt haben. Es gibt jedoch vergleichsweise wenig klare Quellen zu den Zahlen… Die ursprüngliche indigenen Einwohner (meines Wissens um 600’000 Menschen) wurden innert 50-80 Jahren fast vollständig versklavt v.a. in der frühen Entdeckerzeit der Spanier und Portugiesen und sind in diesem Zeitraum an eingeschleppten Krankheiten und den „neuen Lebensumständen“ fast zu 100% zugrunde gegangen und „ersetzt worden“ durch die angeblich widerstandsfähigeren Schwarzafrikaner. Heute kann man sich kaum vorstellen. Auch die Inseln und ihre Flora lassen häufig nicht mehr erahnen, dass überall Plantagen, Bergbau (Edelmetalle) und Salzgewinnung im vorindustriellen Stile mit Menschenware betrieben wurde.