SY Ladiala

Mit dieser Seite wollen wir Familie und Freunden einen Einblick in unsere Reise geben, welche am 2.April 2018 auf der Insel Murter in Kroatien angefangen hat.
Wir sind: Michèle, Mark und die Kinder, Maxim (12/2013) und Mara (9/2015)
La Diala, ein Katamaran Helia 44 von Fontaine-Pajot, Baujahr 2014, haben wir im Frühjahr 2017 erworben.
Auf der Seite „Position und Route“ ist ersichtlich, wo wir gerade sind und wenn ihr von der KARTE auf das Satelitenbild wechselt wird’s noch besser… oder sonst auch via Marine Traffic. Mit der App Marine Traffic- Ship Tracking kann man uns auch nachspüren
Für Nachrichten an uns darfst du gerne das Kontaktformular verwenden. Wir freuen uns über jede Rückmeldung aus der Heimat.

30. Juli 2018

30.7.2018 Griechenland Italien Sizilien

Griechenland – Italien: Strasse von Otranto, Apulien, Kalabrien, Sizilien direkt am Fusse des Aetna und zwischen Skylla und Charybdis bei Vollmond -konstellation mit starken Gezeitenstrom und Jahrhundert-Mondfinsternis durch die Strasse von Messina an Siziliens Nordküste

So liessen sich die letzten 3 Wochen gut zusammenfassen. Ergänzend: Wind null oder bei den langen Tagesstrecken (55-70sm) fast immer von vorne und dann gleich auch noch 15-27kn mit entsprechenden Wellen (Griechenland bis Sizilien von westsüdwest, durch die Strasse von Messina nordnordwest 20-25 konstant und in den Böen bis 27kn, Strom bis 5kn wegen Vollmond mit den Wellen, was das Wellenbild jedoch beruhigt hat; dem Strom konnten wir zeitlich gut ausweichen mithilfe akkurater Internet-Vorhersagen. Wir wurden auf diesen Etappen mehr als einmal durchgeschüttelt und Mara auf dem Weg nach Riposto vorne im Bug liegend bei Gang ins Wellental regelrecht in die Luft geworfen, sodass wir sie in die Achterkabine evakuieren mussten. Sie wurde davon dann auch etwas seekrank und hat die nächste Umgebung verunreinigt.

Aber der Reihe nach. Nach Korfu erreichten wir mitten im Nirgends zwischen Albanien, Griechenland und Italien die griech. Grenzinsel Orthoni/Orthonoi, sehr verschlafen, sehr bescheiden, der Charme des Verlassenen mit Aussenposten der Coastguard (die waren nett aber auch dort ca 1h aufgewendet ohne Fussmarsch um das Land zu verlassen). Irgendein Fussball-WM Halbfinal geschaut, am Strand zusammen gespielt und ca 2x2dl Metaxa serviert erhalten (nicht alles getrunken). Nach einer Nacht im Hafen weiter bei Windstille über den südlich-breiteren Teil der Strasse von Otranto nach S.Maria die Leuca. Gefischt: dabei hat sich beim Einziehen der Holz-Haspel diese in ihre Einzelteile zerlegt bei ca 7kn fahrt und mir ist alles aus den Händen geflogen und in der See versunken. Immer noch ohne Fang (seit dem ersten und letzten Mal Mitte Mai).
In Leuca eine extreme Hitze bei Windstille. Wir blieben dort 8 Tage weil wir noch Michèles Vater mit seiner Gattin zu Besuch erwarteten und langjährige, ursprünglich italienisch/spanische Bekannte aus Weiningen in S.Maria al Bagno nördlich von Gallipoli besuchen wollten. Wir haben noch etwas Schiff- und Familien-Unterhalt eingeschaltet, Strandleben direkt am Lungo Mare (aber es war wirklich extrem heiss), eine richtige Hochseefischerrute mit Hochseetrommel, Schleppleine, Relinghalterung am Heck und neue Köder gekauft inkl. Instruktion (alles auf Italienisch – ich mache Fortschritte mit den Händen und so). Das schaut jetzt richtig cool aus hinten am Heck so aufgesteckt…… Eine neue Runde ist eingeleitet (fast wie Hemingway, ich will aber einfach irgendeinen Fisch, nicht DEN Fisch). Habe sicher 1h im WWW nachgeschaut, wie man als Unkundiger ein 5 KG-Exemplar (es gäbe auch grössere) an Bord bringt (mit einem schlimmen Hacken, habe ich auch) und dann die richtigen Schnitte am Richtigen Ort vornimmt (eine unschön-blutige Sache) oder einfach draufschlägt (Kinderbaseball-Schläger haben wir nun auch….). Evt ist es ja sowieso besser und einfacher, wenn keiner anbeisst!?

Nach einem ausgiebigen, lustigen und kühlenden Badenachmittag im «Waterland» haben wir dann mit Mietauto unsere Freunde aus Weiningen in Santa Maria al Bagno besucht, welche ursprünglich aus Apulien bzw Spanien kommen und nun nach 45 Arbeitsjahren in der Schweiz den Sommer im Süden verbringen. Kinder und Enkel waren auch da und alle zusammen haben wir hervorragend gegessen, einen Abendspaziergang mit Gelato, Trampolino und Rockkonzert am Strand erlebt. Erst nachts um 0130h waren wir wieder auf dem Schiff.

Am nächsten Tag sind die Grosseltern angekommen mit, Nachschub, Ersatz und sonstiges Material sowie Überraschungen aus der Schweiz. Die Kinder und auch Michèle und ich, wir haben uns extrem auf die nun folgende Woche mit Grosspapi und Nica gefreut.

Von Leuca sind wir nach Gallipoli gegen den Wind mit Motor gefahren (15-20Kn, steile kurze Wellen, recht ruppig). Anschliessend haben wir die historisch wirklich interessante Burganlage und Altstadt besichtigt und ausgiebig in der Bar am Festungsrand dem Sonnenuntergang, dem Leben und uns selber zugeprostet. Am nächsten Morgen haben wir die 70sm nach Crotone in Angriff genommen und sind bei aufgehender Sonne gesegelt. Bei 60-100° Windwinkel und 12-16Kn Wind haben wir gute 6.5-8.5kn Fahrt gemacht und es sehr sehr genossen. Auch in Crotone etwas Sightseeing nach 70sm aber eher «angestrengt» für uns alle, deswegen bald schon Frutti di Mare am Lungo Mare und früh ins Bett weil nun seit Gallipoli immer Abfahrt zwischen 5h und 530h morgens.

Nach Crotone entlang der Stiefel-Sohle von Italien gegen Südwesten über Rocella ionica (1 Nacht) an die südlichste Destination, Riposto, nördlich von Catania auf Sizilien. Unterwegs haben uns wieder Delphine begleitet und sind immer wieder elegant aus dem Wasser gesprungen. Wir haben fliegende Fische gesehen und bei Gewitterböen auch fliegendes Wasser unmittelbar hinter uns mit Winddreher von 90° und plötzlicher Hitze in der Luft, ohne dass uns die ganz starken Böen erreicht hätten. Riposto liegt wirklich unmittelbar am Fusse des Aetna und jeden Morgen haben wir die Spitze bzw. den Gipfel oder die Wolken (oder den Rauch?) gesehen. Die Marina wird unübersehbar seit Jahren zu 1/3 nicht benutzt: schön abgetrennt liegen die zerfallenden Schwimmstege da oder ragen bizarr aus dem Wasser – ich fühlte mich an Albanien erinnert. Sonst sehr aufmerksam und professionell geführt, kompetente und hilfreiche Ormeggiatori (Anlege-Helfer, Hafenpersonal, Hafenmeister) zu einem Preis von 200Euro/Nacht. Wir wollten eigentlich ankern gehen aber die Wettervorhersagen am Aetna und in der Gegend südlich der Strasse von Messina sind schwierig und wir hatten 4 verschiedene Prognosen von wenig Wind bis zu max. 50kn ( ca Windstärke 10) angesagt ab morgens um 5h. Deswegen eben klaglos 200E/Nacht. Es ging dann auch los um 5h mit 7-8 Windstärken von uns gemessen direkt runter vom Aetna an dessen Fuss in guter Sichtdistanz Riposto liegt. Wir lagen ganz innen im Hafen, weiter draussen hat sich auch das eine oder andere Bimini verabschiedet. Nach 3h war der Spuk vorbei und das ganze Schiff bedeckt mit schwarzem Staub/Sand, vom Aetna’s Lava und Asche natürlich so unsere Vorstellung. Schiffputzen war angesagt. Gleichentags am Nachmittag dann Winddreher auf Nord und dann gings richtig los bis 50kn in den Böen. Die eleganten, wirklich grossen Segel und Motoryachten lagen längsseits am Megapier quer zum Wind und haben sich eindrücklich auf die Seite gelegt, sodass einzelne Crews die Matratzen der Kojen opfern mussten um die Bordwand zu schützen, welche durch die Krängung nicht mehr von den luftgefüllten , nach unten gedrückten Fender abgefedert wurde. Das ging so bis in den späten Abend. Wir lagen weiterhin optimal mit dem Bug in Windrichtung längsseits und haben uns mit allerlei Festmachern und Ruckdämpfern komfortabel festgezurrt (wir haben gelernt und unsere Lektion bzw. das neue Material mitgenommen aus Griechenland…..). Wir waren sehr froh, in dieser teuren Marina zu sein!

Tag 2 in Riposto: Michele, die Kids und die Grosseltern haben mit dem Mietauto und zu Fuss einen Ausflug nach Taormina, die Arena bzw. das Amphitheater von Taormina, die kühle Schlucht mit dem malerischen Flüsschen und zum letzten Parkplatz oben am Aetna gemacht. Ich habe mich um kleinere aber unangenehme Defekte bzw. deren Reparatur gekümmert und wollte einige Dinge am Schiff kontrollieren: u.a. Sicherung am Motoren-Hauptrelais und dabei gleich festgestellt, dass es steuerbord überhitzt und beim Wackeln an der Sicherung dann auch noch Rauch und Verbrennungsgestank bemerkt mit anschliessendem Kurzschlussalarm und Defekt des ganzen Relais: 1 Tag auf Techniker gewartet (vorher wollten sie kein neues Relais bestellen), dann Relais bestellt, 2 Tage auf Relais warten, 30min zum auswechseln = Tag 6 in Riposto, sodass wir erst am 28.Juli dann die 10-11h-Etappe von Riposto am ionischen Meer her in Angriff nehmen konnten quasi immer noch auf den Fährten Odysseus’ durch die Strömungen von Skylla und Charybdis an der Strasse zu Messina und gegen den Wind nach Milazzo im Tyrrhenischen Meer (s.o.).

Man könnte diesen Tag durch die Strasse von Messina in einem Satz abhaken oder aber ein ganzes Buch darüber schreiben. Die Jahrhundert-Mondfinsternis verzauberte uns am Vorabend und ich genoss das ganze Spektakel quasi vom Bett aus.

Morgens ging es bei Sonnenschein und 2-3 Beaufort Richtung Norden. Das Ganze wurde wie erwartet etwas ruppig, zuerst die Wellen die nicht hoch aber mühsam waren und gegen uns. Danach kam immer mehr Wind bis Beaufort 6. Unsere Diala störte das nicht gross, sie ist eine sehr Tapfere und stampfte sich mühelos hindurch. Wie berechnet und auch entsprechend unsere ETA in Messina geplant, hatten wir initial Strom bis 2-3knt gegen uns. Wir erreichten Messina genau so, dass wir mit wenig Strom gegen Norden durch diese berüchtigte Skylla-Charybdis Meeresenge hindurchschlüpfen konnten. Wir meldeten uns brav bei VTS (Vessel Traffic Service) Messina über Funk an, da es sich um eine Traffic Separation Zone handelte.

Skylla haben wir definitiv nicht angetroffen (waren dafür wohl auf der falschen Seite). Aber was wir sahen waren kleine Baby-Charybdis-Strudeli. Wirklich nichts Grosses dafür aber sehr spannend. Trifft doch irgendwo dort das Ionische auf das Tyrrhenische Meer. Und Meer ist nicht gleich Meer. Das eine hat einen höheren Salzgehalt, das andere ist wärmer und hat zu einer anderen Zeit Spring und Nipzeit. Und irgendwo um Messina findet diese Vermischung in allen Tiefenlagen statt.

Der Schiffsverkehr, vor allem durch die vielen Fähren von Kalabrien nach Sizilien bedingt, hielt uns auf Trab. Wir glaubten inmitten dieses Bootsgewusel doch einige mollige Segelschiffe mit hohen, breiten Masten ohne Segel ausmachen zu können. Sie entpuppten sich aber, und das habe ich zuvor noch nie gesehen, als Schwertfisch-Jagd-Boote. Eigentlich ein kleines feines Fischerboot, ergänzt mit einem hohen breiten Gitter- Masten, von wo der Captain oben sitzend im Ausguck steuert und nach den an der Wasseroberfläche schlafenden Schwertfischen Ausschau hält. Sie sitzen da oben auf dem Top bis zu dritt. Am Bug, und das sieht sehr sehr skurril aus, ist eine unendlich lange Brücke/Gangway wie ein Ausleger befestigt. Dort sitzt an der Spitze vorne über den Wasser der Harpunist und erjagt dann den Schwertfisch. Wir haben es aus nächster Nähe erlebt.

Am Capo Peloro, Siziliens Nordspitze, spülte esnuns kurz darauf aus Meerenge und wir fanden uns in einem neuen «Land» wieder. Das Tyrrhenische Meer. Flach, Flaute, Sonnenschein und eine grosse Genugtuung.

Weiter nach Westen reisend erreichten wir an diesem spannenden Tag endlich Milazzo für einen Nachtankerstopp um am darauffolgenden Tag nach weiteren 65nm erneut vor Anker liegend in Cefalu mit dem Dinghy anzulegen und mit Sicht in den Sonnenuntergang Frutti die Mare, Vino Bianco und Gelati zu geniessen.

7. Juli 2018

Greece 7.7.2018

Meganisi Greece 7.7.2018

Ich liebe Griechenland! Je länger ich hier bin desto mehr wächst mir dieses Inselparadies ans Herz. Sind es die sehr entspannten und friedlichen (abgesehen von den Behörden) Menschen mit ihrer grossen Gastfreundschaft? Sind es die unzählig vielen ganzverschiedenen Buchten und das unglaublich klare und türkisblaue Meer? Ist es die grosse geschichtliche Vergangenheit dieses Landes? Wahrscheinlich irgendwie ein Mix von alldem.
Was mich zur Zeit ganz in den Bann zieht, sind die griechischen Götter und Helden. Odysseus voran. König von Ithaka.

Nachdem unsere Batterien in Korfu erfolgreich gewechselt wurden, segelten wir erneut in den Süden, diesmal aber weiter nach Lefkas. Sowohl das kleine feine Städtchen am Kanal, wie auch die Inselrundfahrt mit dem Mietauto waren grosse Highlights.
Die Insel Kefalonien im Süden mit dem schmucken Fiskardo und dem lebhaften Sami schlossen wir sofort in unser Herz.

Als wir auf Ithaka ankamen – da kamen wir auch bei den Göttern und Königen Griechenlands an. Nicht dass da viel vermarktet wird, im Gegenteil. Man überlässt dem Besucher Odysseus ganz für sich. Wie dem auch sei, mich ergriff diese Odysseus Mythologie. Unter anderem wahrscheinlich auch deshalb, weil wir seine Abenteuerreise besegeln werden. Die Insel der Phaiaken (=Korfu), die Meerenge von Skylla und Charybdis (Die Strasse von Messina), das Land der Laistrygonen (=Sardinien) und der Eingang von Hades (=bei der Strasse von Gibraltar).
Damit wir auch all den möglichen Gefahren und Herausforderungen auf diesem Weg gewappnet sind, haben wir ganz viel Erde von Ithaka auf unser Schiff verfrachtet. Die Kraft und den unglaublich grossen Durchhaltewillen des Odysseus steckt bestimmt darin….

Die kleine feine Atokos Insel, 9nm von Ithaka entfernt, wurde zum Mittags-schnorchel-stop. Unweit davon das hügelige Kalamos unser idyllisches Uebernachtungsankerplätzchen…kaum hatten wir es uns da gemütlich gemacht, da kam dann auch schon so eine „gefürchtete“ Flotillensegelgruppe aus Rumänien oder so. Viele Segelboote auf einem Haufen ganz nah und ganz laut. Das tote Örtchen Porte Leone wurde dann ganz schnell in eine sehr lebhafte Party verwandelt.

Mit der Insel Meganisi (hat schon ein bisschen South Pacific Flair) beenden wir unseren Ausflug in den unteren Teil den Ionischen Meeres. Über Lefkas wird es nach Korfu zurückgehen, um dann erneut die Q-Flagge zu setzen und mit der Italienischen Gastflagge S.Maria di Leuca ganz unten am Stiefelabsatz anzusteuern.

20. Juni 2018

Albanien – Griechenland: Korfu – ionische Inseln

Nach der unruhigen Nacht in Albanien (die Küstenwache hat uns ja weggejagt) haben wir eine neue Bucht an der relativ unverbauten Albanischen Küste gesucht, vorbei an langen teils komplett einsamen Sandstränden, Felsküsten und Siedlungen mit Zwischenstopp und Begehung einer eindrücklichen Strandhöhle mitten an einer Felsküste fanden wir eine sehr schöne Bucht, geschützt ausser gegen Nordwest. Auch hier unfertige Bauruinen in einem kleinen Talkessel direkt am Meer mit Kiesstrand und ein zerfallender Beton-Steg mit rostigen Armierungseisen in alle Himmelsrichtungen ragend . Schon bald fand sich der Wachmann des Grundstückes ein und beobachtete uns (!!! Schutz vor illegalen Bauerei oder in Besitznahme?) am Abend haben wir dort mit seinem Kopfnicken, nach Handschlag und Zeichensprache ein Strandfeuer mit Kerzenlicht gemacht und Schlangenbrot gegrillt- einmal mehr kein Fisch gefangen trotz viel Aufwand und Schleppen entlang der Felsen mit dem Dinghi. Am 2. Tag in der Bucht mehr Welle wegen Nordwestwind und zunehmend, sodass wir am späten Nachmittag die Bucht Richtung Sarande verlassen haben und von recht heftigen, brechenden Wellen überrascht wurden. In Vorahnung haben wir alles festgezurrt und die Lucken waren dicht aber es hat uns arg durchgeschüttelt für 30 min bis wir aus dem Küstenbereich freigekommen sind und vor den Wellen ablaufen konnten gegen Sarande. Allerdings war konnten beide Autopiloten-Systeme das Schiff bei den kurzen/grossen achterlichen Wellen nicht auf Kurs halten bzw. gaben «Ueberbelastung der Hydraulik» an und gingen in Standby. Alles an Deck war mit Gischt bzw. einem feinen Salzfilm überzogen. In Sarande angekommen nach knapp 2h hat uns die Agentin erwartet für die erneuten Formalitäten (in Albanien werden auch Vergnügungsschiffe wie Handels- und Frachtschiffe behandelt, immer Agent bei jedem Hafen immer Formalitäten, eigentlich kein Landgang ohne dies….). Wegen Schwell am ungeschützten Pier in der lang gezogenen Bucht von Sarande haben wir die Agentin mitgenommen mit Erlaubnis des Harbourmasters und gingen vor Anker im ruhigeren Buchtteil. Kaum dort vor Anker kam das Polizeiboot (wasserschöpfend…) und wollte uns zurückholen. Die Agentin konnte die Sache vorerst klären. Dann Passkontrolle bei Polizei. Der Offizier schaute die Papiere an und Fragte wo wir die letzten 3 Tage ware: in den Buchten, da wurde er etwas unwirsch und stellte klar, dass das nicht erlaubt sei. Meine übersetzte Versicherung, dass ich von Durres Harbourmaster und Coas Guard via Agent dazu die mündliche Erlaubnis gekriegt hätte, interessierte ihn nicht. Er meinte, nun müsse er unser Schiff auf Drogen und Schmuggelware kontrollieren und liess uns 15min stehen. Dann kam er zurück, sagte alles ok, lächelte Maxim an und gab ihm einen Klaps auf die Schultern und wir zogen davon. Die Agentin war sehr jung, 22J, hat zum ersten Mal ein Segelschiff abgefertigt und wusste daher auch nicht mehr. Maxim ist immer dabei bei der Behörde, es interessiert ihn und stimmt die Offiziellen eher «milde». 2 Tage/Nächte in Sarande vor Anker, Deckwaschen, Einkauf, Routen-Vorbereitung für Griechenland. Dann ausklarieren mit der Agentin ohne Behördenkontakt und nach 4h waren wir schon in Gouvia-Marina festgemacht auf Korfu. Erneut Gang zur Behörde, Coastguard, sehr unfreundlich, 1h warten, dann hat er mich für Zoll und Polizei nach downtown in den Handelshafen geschickt und «befohlen» morgen wieder mit allen Unterlagen bei ihm vorbeizukommen für die abschliessende Bewilligung. 20 min Taxi nach Korfu-City, suchen, warten, Papierkram (alles immer komplett analog), warten Papierkram und am Spätnachmittag zurück. Maxim immer dabei und sehr interessiert an allem im Hafen und unterwegs. Insgesamt war ich dann 4x bei der Hafenbehörde in in der Marina. Kurz: recht unfreundliche männliche Staatsangestellt mit Obermacker-Allüren, die Frauen etwas burschikos aber nett (Maxim?), alles wegen Vorschriften und Gesetzen sehr kompliziert, unendlich viele Papiere und ALLES analog und von Hand geschrieben. Ich verstehe, weswegen Angie Merkel &Co etwas streng sind mit den Griechen beim Gelder verteilen und beim Schuldennachlass….. In der Folge noch Batterieprobleme, sodass wir die 5 Servicebatterien nach 4.5 Jahren ersetzen werden. Sie sind nun bei Mastervolt in Holland bestellt und angeblich unterwegs. 3 Nächte im unbewirtschafteten kleinen Südhafen von Korfu mit Privatstrand, Bar und Discotheke, welche bis 2h und am Samstag bis morgens im 7h den Hafen und die Bucht recht heftig beschallt. Kein Strom/Wasser, kein Hafenmeister, keine Behörde und nette Yachties. Sehr schön direkt unterhalb des alten Kastells gelegegen. Besuch von Stadt, Markt und Arkaden-Kaffees und kleine Unterhaltsarbeiten. 1x Wind bis 35Knoten und viel Wellen ausserhalb und Schwell innerhalb des Hafens, in der Folge Kettenfedern als Ruckdämpfer gekauft (recht schwer für ein 17T Schiff).

Es sind dann Freunde für 1 Wo gekommen und wir haben in kurzen Tagesetappen Korfus Süden und die Inseln Paxos (Lakka-Bay), Antipaxos sowie Pargas und Mourtos am Festland abgeklappert immer nur vor Anker in wunderschöne Buchten, in tiefblaue Höhlen geschnorchelt, Landleinen angebracht in den kleinen Buchten, Drinks in der Bar am Strand von Pargas und eigener Apero am einsamen Kiesstrand auf Mourtos. Keine Fische gefangen… Der Besuch war eine Willkommene Abwechslung für uns alle. Dann haben wir die Besucher am Strand im Süden Korfus mit dem Dinghi abgesetzt und dort bei Windstille an der langen, ungeschützten Sandküste vor Anker mit dem Generator die Waschmaschine in Betrieb genommen und das Schiff durchgereinigt. Nach 4h wieder weiter auf die Insel Paxos (9sm ) erneut in die schöne Bucht von Lakka. Unterwegs 2 grosse drohende Gewitterzellen, Donner, Blitz und sogar 2 Wasserhosen so nahe, dass wir unter Mithilfe des Radars Kurs auf’s offene Meer genommen haben , um ihnen auszuweichen. Wir sind dann trocken, ohne Blitz- und Wasserhosenkontakt in der Lakka-Bay angekommen. Da liegen wir vor Anker seit 5d und geniessen es -allerdings: gestern zählten wir über 60! Schiffe, die hier lagen…. Alleine sind wir nicht, aber es hat Platz für alle und wenig andere Touristen in der kleinen Ortschaft. Abends ist das ganze Pier belegt mit den Dinghis der Segler, welche in den Bars und Restaurants sitzen bzw. die Fussball-WM schauen. Den Kindern geht gut und sie langweilen sich nur sehr selten. Sie sind nie krankgewesen, schlafen die ganze Nacht uns streiten nur 1-2x/d miteinander. Kleine Unfälle gibt ähnlich wie zuhause aber nichts, was uns Sorge bereitet. Am gefährlichsten waren bis jetzt, Velostürze, offene Decklucken und Türschwellen. Ins Wasser ist noch niemand gefallen. Mann über Bord bzw. Bergungsmanöver von Bewusstlosen haben wir wahlweise mit dauerhaft angebrachtem Seilzug und mit Spinakerfall über Elektrowinsch mehrfach geübt und es klappt gut wenn die Handgriffe sitzen und immer alles entsprechend eingerichtet ist, was bei uns der Fall ist – allerdings bei flachem Wasser ohne Wellengang……